Bioelektrizität und Zellkommunikation: Membranpotential und Ionenkanäle

Die Bioelektrizität und die zelluläre Kommunikation beruhen auf dem elektrochemischen Membranpotential, das durch die Asymmetrie der selektiv-permeablen Verteilung der Ionen wie Natrium, Kalium, Calcium und Chlorid sowie der Funktion spezifischer Ionenkanäle entsteht (Brasovan et al., 2025). Ionenkanäle wirken regulierend auf den Ionentransport und beeinflussen das elektrische Potential der Zellmembran. Die so erzeugte Potentialdifferenz ermöglicht die Weiterleitung elektrischer Signale in Zellverbänden. Nervenleitung, Muskelkontraktion und Signaltransduktion stellen einige physiologische Prozesse dar, die von dieser zellulären Eigenleistung profitieren.

Eine Schädigung des Zellmembranpotentials durch toxische, pathologische oder altersbedingte Einflüsse wirkt sich auf den Ionentransport aus, der wiederum die ATP-Produktion und die Genexpression negativ beeinflusst (Brasovan et al., 2025). Dies unterstreicht, dass die Integrität des Zellmembranpotentials eine wichtige Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit jeder Zelle darstellt und bei vielen Erkrankungen durch dessen Dysregulation und die dadurch ausgelösten Regulationsdefizite pathologische Prozesse gefördert werden.

Verschiedene Frequenzen elektromagnetischer Felder und somit bioelektrische Informationen beeinflussen die Selektivität und Permeabilität von Ionenkanälen, da sie die Information endogener, körpereigener elektromagnetischer Felder enthalten und damit dysfunktionale Zellen stimulieren können (Brasovan et al., 2025). Da jedoch Frequenzen auf biologische Zellen immer anders wirken und die Ergebnisse stark differieren können, muss die Anwendung an jedem Individuum angepasst und standardisiert werden.

Weiterhin wurde erkannt, dass eine spezifische Frequenz das Zellmembranpotential beeinflusst. Verschiedene Experimente zeigen, dass aufgenommene elektromagnetische Frequenzen das Potenzial haben, die epigenetische Aktivität zu modulieren und die Expression bestimmter Gene zu induzieren oder zu unterdrücken (Ebrahimi et al., 2015). Durch dieses in vivo generierte Potenzial können Stoffwechselprozesse der Zellen aktiviert und Zellregeneration forciert werden. Auch sind frequenzmodulierte biologische Interventionsansätze denkbar, da elektromagnetische Frequenzen zielgerichtet, in Zellen und Geweben transportiert werden können, um individuelle metabolische und reparative Prozesse zu unterstützen. Diesbezüglich wird weitere Grundlagenforschung notwendig sein.

Es gibt frequenzmedizinische Verfahren, welche mit der Intention entwickelt wurden, über eine spezifische Feinstellung das Zellmembranpotential zu regulieren und das „gesunde“ Funktionsniveau der Zellen wiederherzustellen (Brasovan et al., 2025). Des Weiteren wurde erkannt, dass sich bestimmte Frequenzbereiche auf Ionenkanäle auswirken. In der Forschung von Szász wurde beobachtet, dass in einem Frequenzbereich zwischen 0,1 und 10 MHz die Aktivität der Natrium-Kalium-Pumpe, ein zentrales Element des Membranpotentials, ihr Maximum erreicht (Szász, 2021). In diesem Bereich befinden sich die endogenen Schwingungsfrequenzen aller Zellen.

Bereits in den 1950er Jahren wurde die Anwendung spezifischer elektromagnetischer Frequenzen, mit dem Ziel der Manipulation von Ionenkanälen sowie deren selektiver Beeinflussung von Zelleigenschaften, umfassend untersucht. Eine Verbesserung der Zellmembrangrenzen bei pathologischen Prozessen konnte im Bereich der β-Dispersion (10 kHz bis mehrere 100 MHz) nachgewiesen werden (Szász, 2021). Durch die selektive Steuerung können die Prozesse der Zelle beeinflusst werden, welche für die Entwicklung bzw. Rückentwicklung verschiedener Krankheitsbilder relevant sind, sodass biochemische Interventionen ersetzt werden können. Allerdings ist eine spezifische Angabe der Frequenz und Stärke, bei welcher es zu einer signifikanten Zellanregung kommt, nicht möglich, denn diese unterscheiden sich je nach biologischer Reaktion.

In interdisziplinären Experimenten konnten spezifische Frequenzen, die mit den körpereigenen übereinstimmen, das elektrische Feld an Zellmembranen nachweislich beeinflussen. Dies führte zu einer erhöhten Leitfähigkeit und Normalisierung der Signalprozesse (Brasovan et al., 2025). Diese Erkenntnisse legen dar, dass nur spezifische Frequenzen eine optimale Beeinflussung der Regulationsprozesse von Zellen und somit deren Signaltransduktion erreichen können.

Darüber hinaus gibt es sogenannte Fensterwirkungen, welche in der Praxis der frequenzmedizinischen Anwendungen eine Herausforderung darstellen, da qualitative Reaktionsänderungen auf biologische Systeme durch geringfügige Veränderungen der Frequenz oder Feldstärke ausgelöst werden können (Szász, 2021). Dies bedingt eine Individualisierung, welche das Forschungspotential erschwert, stellt allerdings einen essentiellen Schritt in Richtung zielgerichteter Behandlungssysteme dar. Es zeigt auf, dass Frequenztherapie ein systemischer Prozess ist und keine universelle Behandlung jedes Individuums möglich ist, da die jeweilige Reaktion der Therapie immer individuell und abhängig vom Organismus ist. Für die Zukunft muss erforscht werden, welche biologischen Parameter die Basis für eine individuelle Frequenzanwendung darstellen.

Dass Ionenkanäle eine tragende Rolle in der Frequenztherapie spielen, beweist, dass wir uns hier von der traditionell biochemischen Richtung der Therapien weg bewegen. Die elektromagnetische Signalisierung ist als grundlegender Regler biologischer Prozesse, ebenso wie physiologischer und pathologischer Prozesse, etabliert. Ein bekanntes Phänomen elektromagnetischer Feldwirkungen ist, dass Vögel in der Nähe von Funktürmen ihren Orientierungssinn verlieren (Lakhovsky & Hatonn, 1970). Dies lässt auf eine Empfänglichkeit der Nervenzellen auf elektromagnetische Signale schließen.

Dabei spielt auch strukturiertes Wasser in seiner Funktion als Kommunikationsleiter und Antennenverstärker von Informationen eine entscheidende Rolle. In den meisten Lebewesen findet sich ein sehr hoher Wasseranteil (ca. 70–80 %). In aktuellen Studien wurde festgestellt, dass durch eine ordnungsgemäße Molekularstruktur des Wassers ein starker Austausch der geladenen Ionen möglich ist, welche die Basis elektromagnetischer Felder darstellen (Brasovan et al., 2025).

Auf die Funktion von Ionenkanälen und Zellverbindungen wirken auch Resonanzeffekte, die in der Bioelektrik die basische Verbindung zwischen Zellen darstellen. Lakhovsky stellte 1925 fest, dass Zellen in der Lage sind, elektromagnetische Informationen zu absorbieren und anzuregen, da jede Zelle einen elektromagnetischen Oszillator darstellt (Lakhovsky & Hatonn, 1970). Ebenso zeigt die moderne Medizin auf, dass die zelluläre Signaltransduktion im Körper über eine elektromagnetische Resonanz stattfindet. Äußere elektromagnetische Felder wirken sich in resonaler Art und Weise auf Membranen aus, was zur Anregung endogener Frequenzen führt. So wird die Kommunikation zwischen Zellen in einer ganzen Reihe von Funktionen im menschlichen Organismus, z. B. Heilung und Reparaturvorgänge, reguliert.

Über zukünftige Studien kann die Wirkungsweise der frequenzmodulierten Behandlung auch auf molekularer Ebene aufgeklärt werden. Hierbei kommt die Technik der EPL (Expressed Protein Ligation) in Frage, bei welcher synthetische Sonden in bestimmte Domänen von Proteinen implantiert werden können (Muralidharan & Muir, 2006). Diese Technik erlaubt die funktionelle Analyse von Proteinen sowie die Möglichkeit, strukturelle Phänomene wie Phosphorylierung, Konformationsänderung oder Aggregation, welche die Aktivität von Proteinen unter frequenzmedizinischer Interventionswirkung verändern, zu studieren. Zusätzlich könnte die spektroskopische Analyse molekularer Mechanismen der frequenzmedizinischen Interventionen, welche die selektive Manipulation biologischer Systeme erlauben, durch die Implementierung von Sonden verbessert werden.

Viele Frequenzverfahren zielen direkt auf die Modifizierung der Genexpression ab, da verschiedene Studien zeigen, dass durch elektromagnetische Frequenzen eine biophysikalische Anregung von Nervenzellen erreicht werden kann, was wiederum zur Stimulation des Zellstoffwechsels, aber auch zu einer Veränderung der Genexpression führt (Ebrahimi et al., 2015). Außerdem werden Chromatinveränderungen verursacht, welche wiederum die Lesbarkeit epigenetischer Informationen im Organismus beeinflussen können.

Generell sollte man diese neue Methode, die Beeinflussung des elektrischen Potentials von Zellen durch die Anwendung frequenzmodulierter elektromagnetischer Signale, als eine Erweiterung des Wissens über Möglichkeiten zur Regulation physiologischer Vorgänge im menschlichen Organismus betrachten, welche in der Zukunft für Therapien genutzt werden können.

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Herbert Eder

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