CRS-HIPEC bei Peritonealkarzinose: palliative Chancen – und wie Frequenztherapie begleitend unterstützen kann

Wenn Krebs im Bauchfell zur Belastung wird

Die Peritonealkarzinose (Bauchfellmetastasen) ist für Betroffene häufig weniger „nur ein Befund“ – sondern ein Alltag voller Beschwerden: Bauchumfang, Druck, Schmerzen, Übelkeit, Appetitverlust, Luftnot durch Aszites, Erschöpfung, teils Darmverschluss. Genau hier setzt palliative Medizin an: Leiden lindern, Lebensqualität stabilisieren, Zeit möglichst „gut“ machen.

In den letzten Jahren wird dabei ein Verfahren intensiver diskutiert: CRS-HIPEC.


Was ist CRS-HIPEC – kurz und verständlich

  • CRS (zytoreduktive Chirurgie): sichtbare Tumoranteile im Bauchraum werden so weit wie möglich entfernt.
  • HIPEC: direkt im Anschluss wird eine erwärmte Chemotherapie für eine gewisse Zeit im Bauchraum zirkuliert, um mikroskopische Tumorreste besser zu erreichen.

Wichtig: Das ist kein kleiner Eingriff, sondern eine große Behandlung, die nur für ausgewählte Patient:innen infrage kommt.


Was sagt die aktuelle Übersichtsarbeit?

Eine 2025 publizierte Übersichtsarbeit (Scoping Review) wertete 54 Studien aus und beleuchtet CRS-HIPEC speziell im palliativ-orientierten Kontext: also nicht nur „länger leben“, sondern „wie geht’s den Menschen damit wirklich?“. Palliative_cytoreductive_surger…

1) Symptomlinderung – besonders bei Aszites

Die Arbeit berichtet, dass maligner Aszites (Bauchwasser) nach CRS-HIPEC in Studien bis zu 100% kontrolliert bzw. beseitigt werden konnte; auch insgesamt wurden Symptomverbesserungen in einem großen Bereich (ca. 26,5–100%) beschrieben – teils mit dauerhafter Kontrolle. Palliative_cytoreductive_surger…

2) Überleben – je nach Tumorart und Auswahl sehr unterschiedlich

Je nach Ursprungstumor und Patient:innenauswahl lagen mediane Überlebenszeiten nach CRS-HIPEC in den eingeschlossenen Daten grob im Bereich mehrere Monate bis mehrere Jahre; in der Übersichtsarbeit werden Spannen von 6,6 bis 50 Monaten genannt (je nach Kollektiv) – häufig höher als bei alleiniger Systemtherapie. Palliative_cytoreductive_surger…

3) Der Preis: relevante Risiken

Die Autor:innen betonen auch die Kehrseite: Morbidiät (Komplikationen) war in den ausgewerteten Daten teils hoch (ca. 15,1–56%), die Sterblichkeit wird je nach Setting mit 0–12% angegeben. Palliative_cytoreductive_surger…

4) Lebensqualität: kurzfristig oft schlechter, später teils wieder besser

Nach großen Eingriffen ist es plausibel, dass es zunächst bergab geht. Die Übersichtsarbeit beschreibt, dass die Lebensqualität häufig in den ersten Monaten nach CRS-HIPEC abfallen kann und sich bis etwa 12 Monate wieder stabilisiert – allerdings fehlen laut Autor:innen in vielen Studien standardisierte, langfristige QoL-Daten. Palliative_cytoreductive_surger…


Was bedeutet das für Betroffene und Angehörige?

CRS-HIPEC kann palliativ sinnvoll sein – insbesondere, wenn Aszites und mechanische Beschwerden dominieren – aber es ist keine Standardlösung. Entscheidend sind:

  • gute Patient:innenauswahl (Leistungsstatus, Tumorlast, OP-Ziel),
  • ein erfahrenes Zentrum,
  • klare Ziele: Was soll besser werden? Was ist ein akzeptables Risiko?

Mein Tipp für Gespräche im Zentrum:

  • „Was ist bei mir das palliative Hauptziel (Aszites, Schmerzen, Darmfunktion…)?“
  • „Wie hoch schätzen Sie Nutzen vs. Risiko in meinem konkreten Fall?“
  • „Wie sieht die Unterstützung in den ersten 3 Monaten danach aus (Schmerz, Ernährung, Psychoonkologie, Palliativteam)?“

Und wo passt Frequenztherapie in dieses Bild?

Wenn wir über Krebs sprechen, über große Eingriffe, über Chemotherapie, über Aszites – dann geht es nicht nur um Tumorzellen. Es geht auch um Regulation: Schlaf, Stress, Schmerzverarbeitung, vegetatives Nervensystem, innere Unruhe, Erschöpfung.

Hier kann Frequenztherapie im Sinne einer begleitenden, komplementären Unterstützung ansetzen – nicht als „Ersatz“ für onkologische Therapie, sondern als zusätzliche Ressource, um den Körper in belastenden Phasen besser zu stabilisieren.

Mögliche, sinnvolle Ziele in der Begleitung

  • Entspannung & Schlafqualität unterstützen (Runterregulation)
  • Stressantwort reduzieren (Anspannung, „inneres Vibrieren“, Gedankenkreisen)
  • Wohlbefinden und subjektive Schmerzverarbeitung positiv begleiten
  • Erholung nach belastenden Therapieschritten fördern (als Ritual/Struktur)

Praktisch: so denken viele Betroffene „funktional“

  • kurze, regelmäßige Einheiten statt „zu viel auf einmal“
  • Fokus auf Wahrnehmung: Was wird leichter? Was wird ruhiger?
  • parallel immer Basics: Flüssigkeit/Elektrolyte, Ernährung, Bewegung im Rahmen, Atem & Entspannung

Wenn jemand CRS-HIPEC erwägt oder gerade hinter sich hat, ist „komplementär“ meist am stärksten, wenn es nicht zusätzlich überfordert, sondern entlastet.


Wichtiger Hinweis (bitte wirklich ernst nehmen)

Frequenztherapie ist schulmedizinisch nicht anerkannt und kann keine Therapie durch ausgebildete Ärztinnen/Ärzte oder Heilpraktiker ersetzen. Bei Krebs – insbesondere bei komplexen Situationen wie Peritonealkarzinose – sollte Frequenztherapie ausschließlich begleitend und in Abstimmung mit dem Behandlungsteam genutzt werden.


Fazit

CRS-HIPEC kann bei Peritonealkarzinose palliative Symptome deutlich verbessern, besonders beim Bauchwasser, und in ausgewählten Fällen auch Überleben verlängern – bei gleichzeitig relevanten Risiken, die eine sehr sorgfältige Auswahl erfordern. Palliative_cytoreductive_surger…
Frequenztherapie kann in diesem Setting als komplementäre Begleitung helfen, Belastungen im Alltag besser zu tragen – mit realistischen Zielen: Stabilisierung, Entspannung, Wohlbefinden.


Author

NLS Informationsmedizin GmbH – Herbert Eder

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Herbert Eder

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