Heilpilze in der Onkologie – einfach erklärt

Worum es hier geht: Heilpilze (medizinisch oft „Medizinalpilze“ genannt) werden in der Onkologie vor allem begleitend eingesetzt – also nicht „gegen den Tumor“, sondern zur Unterstützung von Wohlbefinden, Belastbarkeit und bestimmten Nebenwirkungen. Es gibt interessante Daten (v. a. zu standardisierten Extrakten), aber auch Grenzen: Nicht alles ist belegt, vieles ist plausibel, manches bleibt Erfahrungsmedizin.

Damit du dich schnell orientieren kannst, bekommst du hier eine Kurzpräsentation der 6 häufigsten Heilpilze, die im onkologischen Kontext immer wieder genannt werden – einfach, übersichtlich, ohne Heilsversprechen.


Die 6 Heilpilze auf einen Blick

Merke: In der Praxis unterscheidet man häufig zwischen

  • Pulver (ganzer Pilz vermahlen – enthält viele Ballaststoffe) und
  • Extrakt (konzentrierte Inhaltsstoffe, oft stärker auf bestimmte Polysaccharide/Beta-Glucane standardisiert).

Faustregel: Wenn „immunologisch“ gedacht wird, sind standardisierte Extrakte oft die besser untersuchte Form. Für „Ernährung/Verträglichkeit“ kann Pulver passen – je nach Ziel und Magen-Darm-Situation.

Kurz-Übersicht (Zielrichtungen, sehr vereinfacht)

  • Reishi (Ganoderma lucidum): Stress/Schlaf/Regeneration, Entzündungsbalance, allgemeiner Support
  • Trametes versicolor (Schmetterlingstramete): immunologische Begleitung (bekannte Extrakte: PSK/PSP)
  • Maitake (Grifola frondosa): Stoffwechsel/Immunsignalwege (viel diskutiert: „D-Fraktion“)
  • Shiitake (Lentinula edodes): immunologische Basis (Lentinan), Ernährungskomponente
  • Cordyceps (militaris/sinensis): Energie/Leistungsgefühl, Atem- und Erschöpfungsthemen
  • Agaricus blazei / A. subrufescens: Immunsystem & Schleimhäute (teils kontrovers diskutiert – Qualität wichtig)

1) Reishi – der „Regenerationspilz“ (Ganoderma lucidum)

Warum er in der Onkologie oft genannt wird: Reishi hat den Ruf, nervöse Anspannung zu dämpfen, Schlaf und Erholung zu unterstützen und insgesamt „ausgleichend“ zu wirken. In belastenden Therapiephasen (Chemo, Bestrahlung, Antihormontherapie) ist das ein häufiges Ziel: besser schlafen, besser durchhalten, weniger „Dauerstress-Gefühl“.

Was steckt drin (vereinfacht):

  • Beta-Glucane/Polysaccharide (immunmodulatorische Signale)
  • Triterpene (werden oft mit „Entzündungsbalance“ und „Beruhigung“ in Verbindung gebracht)

Wofür er praktisch eingesetzt wird (ohne Heilsversprechen):

  • Unterstützung bei Schlafproblemen, innerer Unruhe, „Druck“
  • Begleitend bei Erschöpfung (v. a. wenn Stress/Schlaf der Engpass ist)
  • Allgemeiner Support bei Entzündungs- und Belastungsgefühlen

Wichtige Hinweise: Reishi kann bei manchen Menschen Magen oder Stuhlgang beeinflussen. Vorsicht bei Blutverdünnern/Thrombozyten-Hemmung (bitte ärztlich abklären), ebenso rund um OP-Termine.


2) Schmetterlingstramete – der Immun-Klassiker (Trametes versicolor)

Warum sie so prominent ist: Trametes ist international einer der am häufigsten zitierten Medizinalpilze im onkologischen Kontext – vor allem wegen standardisierter Extrakte/Fraktionen wie PSK und PSP, die in einigen Ländern als begleitende Optionen diskutiert werden.

Was steckt drin (vereinfacht):

  • Polysaccharid-Komplexe (PSK/PSP – immunologisch relevant)
  • Beta-Glucane in verschiedenen Strukturen

Wofür sie praktisch eingesetzt wird (ohne Heilsversprechen):

  • Begleitend zur Immununterstützung (besonders, wenn man „evidenznäher“ arbeiten möchte)
  • Unterstützung in Phasen, in denen Infektanfälligkeit oder „Immun-Belastung“ Thema sind
  • Teilweise auch zur Schleimhaut-/Darm-Unterstützung (je nach Präparat)

Wichtige Hinweise: Bei Autoimmunerkrankungen, Transplantation oder starker Immunsuppression (bestimmte Medikamente) muss die Einnahme individuell mit dem Behandlungsteam geklärt werden. Qualität und klare Deklaration (Extrakt, Standardisierung) sind hier besonders wichtig.


3) Maitake – „Stoffwechsel + Immun-Signale“ (Grifola frondosa)

Warum er in der Onkologie auftaucht: Maitake ist ein Speisepilz, der als Medizinalpilz vor allem wegen bestimmter Extraktfraktionen (oft „D-Fraktion“ genannt) diskutiert wird. Viele Menschen interessieren sich für Maitake, wenn Immunsignale und Stoffwechsel (z. B. Gewicht, Appetit, Blutzucker-Schwankungen) eine Rolle spielen.

Was steckt drin (vereinfacht):

  • Beta-Glucane/Polysaccharide (immunmodulierende Signalwirkung)
  • Ernährungsrelevante Bestandteile bei Pulver/Whole-Food-Anteil

Wofür er praktisch eingesetzt wird (ohne Heilsversprechen):

  • Begleitend zur Immunbalance
  • Bei Menschen, die parallel Stoffwechselthemen haben (Energie, Schwankungen, „Crash“-Gefühl)
  • Als Teil eines „Basis-Stacks“ (z. B. zusammen mit Reishi oder Trametes – je nach Ziel)

Wichtige Hinweise: Wenn du Medikamente für den Blutzucker nimmst, kann es sinnvoll sein, Werte engmaschiger zu beobachten (nicht weil Maitake „Therapie ersetzt“, sondern weil manche Menschen sensibel reagieren). Immer individuell abstimmen.


4) Shiitake – Ernährung + Immun-Basis (Lentinula edodes)

Warum er beliebt ist: Shiitake ist vertraut, kulinarisch beliebt und wird als Medizinalpilz u. a. wegen Lentinan (ein Polysaccharid) erwähnt. In der Praxis wird Shiitake oft als gut integrierbarer „Basis“-Pilz gesehen – besonders, wenn jemand Pilze grundsätzlich gut verträgt.

Was steckt drin (vereinfacht):

  • Lentinan (Polysaccharid, immunologisch relevant)
  • Ballaststoffe und weitere Nährstoffe (v. a. bei Pulver/Ernährung)

Wofür er praktisch eingesetzt wird (ohne Heilsversprechen):

  • „sanfter“ Support für Immunsystem & Regeneration
  • Als Einstieg, wenn man Medizinalpilze vorsichtig testen will
  • Ernährungsnaher Begleiter, sofern Darm und Schleimhaut stabil sind

Wichtige Hinweise: Bei manchen Personen kann Shiitake (selten) Hautreaktionen auslösen (bekannt ist ein spezieller „Shiitake-Dermatitis“-Mechanismus bei rohem/halbgegartem Pilz – bei Nahrung). Bei Extrakten/Pulvern: langsam einschleichen, Verträglichkeit prüfen.


5) Cordyceps – Energie, Atem, „Antrieb“ (Cordyceps militaris / sinensis)

Warum er in der Onkologie erwähnt wird: Cordyceps wird traditionell oft mit Energie, Atemfunktion und Leistungsgefühl verbunden. Im onkologischen Alltag ist das attraktiv, weil viele Betroffene über Fatigue (tumor- und therapieassoziierte Erschöpfung) klagen. Wichtig: Fatigue ist komplex – Cordyceps ist kein Wundermittel, aber manche nutzen ihn als Baustein.

Was steckt drin (vereinfacht):

  • Verschiedene sekundäre Inhaltsstoffe (z. B. cordycepin-ähnliche Verbindungen je nach Art/Extrakt)
  • Polysaccharide/Beta-Glucane (je nach Produkt)

Wofür er praktisch eingesetzt wird (ohne Heilsversprechen):

  • Begleitend bei Erschöpfung/Fatigue (v. a. „Antrieb“ am Tag)
  • Bei „Kurzatmigkeit/Belastungsgefühl“ als subjektiver Support (kein Ersatz für Diagnostik!)
  • Wenn man tagsüber Stabilität braucht, während Reishi eher „abends“ gedacht wird

Wichtige Hinweise: Bei ausgeprägter Unruhe/Schlafproblemen kann Cordyceps „zu aktivierend“ sein – dann eher morgens, niedriger dosiert oder gar nicht. Bei starken Symptomen (Atemnot, Herzrasen, Blutbildprobleme) immer medizinisch abklären.


6) Agaricus blazei / A. subrufescens – Immunsystem & Schleimhäute (mit Qualitätsfokus)

Warum er polarisiert: Agaricus blazei (oft auch A. subrufescens) wird häufig als „immunstark“ beschrieben und traditionell teils für Schleimhaut- und Darmthemen eingesetzt. Gleichzeitig gibt es Diskussionen rund um Qualität, Extraktionsmethoden und Einzelfallberichte – deshalb gilt hier besonders: seriöse Hersteller, klare Analysen, vorsichtiges Vorgehen.

Was steckt drin (vereinfacht):

  • Polysaccharide/Beta-Glucane
  • Weitere Bestandteile, abhängig von Herkunft und Verarbeitung

Wofür er praktisch eingesetzt wird (ohne Heilsversprechen):

  • Begleitend für Immunsystem & Schleimhaut-Barrieren
  • Wenn Darm/Schleimhaut (z. B. unter Therapie) empfindlich sind – allerdings individuell prüfen

Wichtige Hinweise: Bei Leberwert-Themen, ungewöhnlichen Symptomen oder komplexer Medikation bitte engmaschig begleiten lassen. Agaricus ist ein gutes Beispiel dafür, warum „Pilz ist Pilz“ nicht reicht: Laborqualität, Rückstände, Standardisierung sind entscheidend.


Wie man als Laie sinnvoll startet (ohne sich zu überfordern)

1) Ziel klären (1 Satz reicht):
Geht es eher um Schlaf/Stress, Fatigue, Immunsupport oder Darm/Schleimhaut?

2) Mit 1 Pilz beginnen:
7–14 Tage testen, Verträglichkeit beobachten (Magen, Stuhl, Haut, Schlaf).

3) Produktform beachten:

  • „Immun“-Ziel: eher Extrakt (standardisiert)
  • „Ernährung/Ballaststoffe“: eher Pulver
  • Oft werden auch Kombis genutzt – aber erst, wenn du weißt, was du verträgst.

4) Begleitung ist sinnvoll:
Gerade bei Chemo/Immuntherapie/Blutverdünnern: kurz rücksprechen (Onkologie-Team, Ärzt:in, Apotheke, erfahrene Therapeut:in).


Sicherheit – die wichtigsten Punkte (bitte wirklich lesen)

  • Kein Heilversprechen: Heilpilze sind Begleitung, nicht „Krebstherapie“.
  • Interaktionen möglich: Besonders bei Blutverdünnern, Immunsuppressiva, bestimmten Leber-/Nierenproblemen.
  • Autoimmun & Transplantation: immer individuell abklären.
  • Qualität zählt: Pilze können Rückstände enthalten – seriöse Analysen/Hersteller bevorzugen.

Kurzer Praxis-Exkurs: Frequenztherapie als begleitender Ansatz

Manche Menschen kombinieren naturheilkundliche Begleitung (z. B. Ernährung, Mikrobiom-Fokus, Heilpilze) mit Frequenztherapie als komplementärem Verfahren – etwa mit dem Ziel, Regulation/Entspannung zu fördern oder subjektive Belastung besser zu bewältigen. Wichtig ist dabei ein nüchterner Blick: Frequenztherapie ist nicht als Ersatz für die onkologische Standardtherapie gedacht, sondern – wenn überhaupt – als Begleitung.


Fazit

Wenn du dir nur eines merkst: Die „6 Klassiker“ sind keine Wunderwaffen, aber sie sind als Begleitbausteine interessant – mit unterschiedlichen Schwerpunkten von Regeneration/Schlaf (Reishi) über immunologisch diskutierte Extrakte (Trametes) bis zu Energie-Fokus (Cordyceps). Entscheidend sind Zielklarheit, Qualität und sichere Integration in das laufende Behandlungskonzept.


Author: NLS Informationsmedizin GmbH, Herbert Eder

Disclaimer: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krebs, laufender Chemo-/Strahlentherapie, Immuntherapie oder relevanter Medikation (z. B. Blutverdünner, Immunsuppressiva) bitte die Anwendung von Heilpilzprodukten vorab mit dem behandelnden Onkologie-Team abklären. Frequenztherapie ist schulmedizinisch nicht anerkannt und kann keine Therapie durch ausgebildete Ärztinnen/Ärzte oder Heilpraktiker ersetzen.

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Herbert Eder

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