Adrenokortikales Karzinom (ACC)

1. Was ist ein adrenokortikales Karzinom?

Das adrenokortikale Karzinom (ACC) ist ein bösartiger Tumor der Nebennierenrinde. Die Nebennieren sitzen wie „Kappen“ auf den Nieren und bestehen aus Rinde (Cortisol, Aldosteron, Androgene) und Mark (Adrenalin/Noradrenalin). ACC entsteht in der Rinde – und ist deshalb häufig mit Hormonüberproduktion verbunden.

ACC ist selten: Leitlinien nennen bei Erwachsenen eine geschätzte Inzidenz von ca. 0,7–2 Fällen pro Million Menschen und Jahr, mit einem Erkrankungsgipfel oft zwischen 40 und 60 Jahren.


2. Warum ist ACC so anspruchsvoll?

ACC ist medizinisch herausfordernd, weil mehrere Faktoren zusammenkommen können:

  • Hormonelle Entgleisungen (z. B. Cortisolüberschuss) können den Körper stark belasten.
  • Der Tumor wird teils erst spät erkannt, weil er lange „still“ wachsen kann.
  • Therapie und Nachsorge erfordern oft ein interdisziplinäres Team (Endokrinologie, Onkologie, Chirurgie, Radiologie, Pathologie).

3. Symptome und Warnzeichen

ACC zeigt sich typischerweise auf zwei Arten: hormonell oder durch Raumforderung.

3.1 Hormonaktive Tumoren (häufig)

Cortisolüberschuss (Cushing-Syndrom):

  • Gewichtszunahme am Rumpf, „Vollmondgesicht“
  • Muskelschwäche, schnelle Erschöpfung
  • dünne Haut, blaue Flecken, schlechte Wundheilung
  • Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte/Diabetes

Androgenüberschuss (v. a. bei Frauen auffällig):

  • Akne, vermehrte Behaarung (Hirsutismus)
  • Zyklusstörungen, Stimmveränderungen

Aldosteronüberschuss (seltener):

  • Bluthochdruck, niedriges Kalium (Muskelschwäche, Krämpfe)

Östrogenüberschuss (selten, eher bei Männern sichtbar):

  • Brustdrüsenvergrößerung, Libidoveränderungen

3.2 Raumforderungs-Symptome

  • Druckgefühl/Schmerzen im Oberbauch oder in der Flanke
  • tastbare Resistenz, Völlegefühl
  • unspezifische Beschwerden bei großen Tumoren

4. Ursachen und Risikofaktoren

Die meisten ACC-Fälle sind sporadisch (ohne klare Ursache). In einem kleineren Anteil besteht eine Verbindung zu erblichen Tumorsyndromen, u. a.:

  • Li-Fraumeni-Syndrom
  • Lynch-Syndrom
  • MEN1
  • familiäre adenomatöse Polyposis (FAP)

Bei Verdacht (z. B. junges Alter, Familienhäufung, mehrere Tumoren) kann eine humangenetische Abklärung sinnvoll sein – das entscheidet das behandelnde Team.


5. Diagnostik – wie wird ACC abgeklärt?

Die Abklärung kombiniert Hormonanalytik, Bildgebung und histopathologische Bewertung (meist nach operativer Entfernung).

5.1 Hormonabklärung (typische Bausteine)

ENSAT beschreibt als Basis u. a. Tests auf:

  • Glukokortikoid-Exzess (z. B. Dexamethason-Suppression, 24-h-Urin-Cortisol, basales ACTH)
  • Sexualsteroide und Vorstufen (z. B. DHEA-S, Androstendion, Testosteron)
  • Mineralokortikoid-Exzess (Kalium, Aldosteron/Renin-Quotient – v. a. bei Hypertonie/Hypokaliämie)
  • zusätzlich: Ausschluss eines Phäochromozytoms (wichtig bei Nebennierentumoren allgemein)

5.2 Bildgebung

Üblich sind:

  • CT oder MRT des Abdomens (Tumorgröße, Invasion, Organbezug)
  • CT des Thorax zum Staging
  • je nach Situation ergänzend (z. B. Knochen-Abklärung bei Verdacht)

5.3 Biopsie – warum oft zurückhaltend?

Bei Verdacht auf ACC wird eine Biopsie nicht routinemäßig gemacht, weil:

  • die Diagnose häufig erst im Operationspräparat sicher gestellt wird,
  • und weil in einzelnen Situationen Risiken/Fehlinterpretationen bestehen können.
    Ob eine Biopsie sinnvoll ist, gehört in ein Zentrum/Tumorboard.

6. Stadieneinteilung: ENSAT (vereinfacht)

Für ACC ist das ENSAT-System etabliert und wurde u. a. von der UICC übernommen.

Grob verständlich:

  • Stadium I: Tumor ≤ 5 cm, keine Lymphknoten-/Fernmetastasen
  • Stadium II: Tumor > 5 cm, keine Lymphknoten-/Fernmetastasen
  • Stadium III: Lymphknotenbefall und/oder lokales fortgeschrittenes Wachstum (ohne Fernmetastasen)
  • Stadium IV: Fernmetastasen vorhanden

7. Standardtherapie: Welche Behandlung wird üblicherweise eingesetzt?

Die Therapie hängt von Stadium, Resektabilität, Hormonaktivität, Allgemeinzustand und Tumorbiologie ab.

7.1 Operation – der wichtigste Schritt (wenn möglich)

Wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann (R0-Resektion), ist die Operation der zentrale Baustein mit kurativer Zielsetzung. Leitlinien betonen die Versorgung in erfahrenen Zentren.

7.2 Mitotan (adrenolytische Therapie)

Mitotan kann – je nach Risiko – adjuvant (nach OP) oder bei fortgeschrittener Erkrankung eingesetzt werden. Es erfordert engmaschige Kontrollen (u. a. Blutspiegel, hormonelle Substitution/Überwachung).

7.3 Systemische Therapie bei fortgeschrittenem/metastasiertem ACC: EDP-M

Als gängige Erstlinien-Kombination gilt EDP-M:

  • Etoposid
  • Doxorubicin
  • Platin (Cisplatin)
  • plus Mitotan

Diese Kombination wurde u. a. im FIRM-ACT-Kontext als Referenztherapie etabliert und wird in Leitlinien/Onkologie häufig als Standardoption genannt.

7.4 Strahlentherapie & lokale Verfahren

Je nach Situation kann Strahlentherapie (z. B. bei lokalen Risiken oder symptomatischen Metastasen) eine Rolle spielen – Entscheidung individuell im Tumorboard.


8. Nachsorge: Was ist besonders wichtig?

ACC kann rezidivieren (wiederkommen). Deshalb ist eine strukturierte Nachsorge entscheidend:

  • regelmäßige Bildgebung (Abdomen + Thorax)
  • bei hormonaktiven Tumoren: Laborkontrollen (Hormonprofile)
  • klinische Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker, Gewicht, Muskelfunktion, psychischer Belastung

ENSAT beschreibt im Rahmen klinischer Abläufe u. a. engmaschige bildgebende Kontrollen – die konkreten Intervalle werden jedoch immer individuell festgelegt (Therapieart, Stadium, Risiko).


9. Leben mit ACC: Unterstützende Maßnahmen (begleitend)

Neben der Tumortherapie können unterstützende Maßnahmen helfen:

  • Ernährung bei Gewichtsveränderungen oder Stoffwechselproblemen
  • Bewegung zur Stabilisierung von Muskelkraft und Belastbarkeit (angepasst)
  • Psychoonkologie bei Angst, Schlafproblemen, Erschöpfung
  • gute Koordination von endokriner Mitbehandlung (v. a. bei Cortisol-/Hormonproblemen)

10. Frequenzliste laut Forschung

Quelle: ETDFL (Hinweis: Der Begriff wird online überwiegend als ETDFL geführt; häufig findet man auch Schreibvarianten. )

10.1 Einordnung

ETDFL wird im Umfeld von „Bioresonanz-/Rife-Frequenzlisten“ als Sammlung von Frequenzangaben beschrieben. Solche Listen sind keine klinischen Leitlinien und ersetzen weder Diagnostik noch evidenzbasierte Krebstherapien. Aussagen über Wirksamkeit bei Krebs sind schulmedizinisch nicht anerkannt; wenn solche Ansätze genutzt werden, dann höchstens begleitend und in Abstimmung mit dem behandelnden Team.

10.2 Frequenzen in Hz

60 | 490 | 570 | 2500 | 7500 | 30000 | 225750 | 329530 | 419340 | 561930

(Quelle laut Nutzerangabe: ETDFL)

Praxis-Hinweis: Wenn Sie mit Frequenzen arbeiten, dokumentieren Sie bitte transparent, was Sie wie anwenden (Dauer, Gerät, Begleitmaßnahmen) und setzen Sie Priorität auf medizinisch notwendige Therapieschritte (OP/Onkologie/Endokrinologie).


11) Häufige Fragen (FAQ)

Ist ACC heilbar?
In frühen Stadien kann eine vollständige operative Entfernung eine Heilung ermöglichen. In fortgeschrittenen Stadien stehen häufig Krankheitskontrolle und Lebensqualität im Vordergrund.

Warum ist ein Zentrum so wichtig?
Weil ACC selten ist und Therapieentscheidungen (OP-Strategie, Mitotan-Management, Systemtherapie, Hormonsteuerung) Erfahrung und Teamarbeit erfordern.


Author: NLS Informationsmedizin GmbH, Herbert Eder


Wichtiger Disclaimer

Die Inhalte dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung wenden Sie sich bitte an Ärzt:innen bzw. ein spezialisiertes Zentrum.
Komplementäre Verfahren (inkl. Frequenzanwendungen) sind schulmedizinisch nicht anerkannt und können keine Therapie durch ausgebildete Ärzt:innen oder Heilpraktiker ersetzen.

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Herbert Eder

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