Einleitung: Warum dieser Artikel – und warum so detailliert?

In den letzten Monaten hatte ich die Gelegenheit, ein GB4000 MOPA nicht nur „zu benutzen“, sondern hands-on technisch zu untersuchen: Gerät geöffnet, Elektronik inspiziert, Messungen gemacht und praxisnah getestet. Weil das Interesse an dieser Kombination in vielen Anwenderkreisen enorm ist, teile ich hier meine wichtigsten Erkenntnisse – so sachlich, ausgewogen und technisch sauber wie möglich.

Wichtig vorweg: Das ist keine Werbung, kein „besser/schlechter“-Urteil und auch kein Versuch, irgendein System als die Lösung darzustellen. Jede Maschine hat Stärken, Grenzen und einen eigenen „Charakter“. Ich konzentriere mich hier auf:

  • Design-Prinzipien der Rife-Ära (Ray #3/#4) und des Hoyland-Designs (Ray #5)
  • den technischen Aufbau des GB4000 MOPA im Vergleich
  • Betriebs- und Setup-Hinweise, die für stabile Leistung relevant sind
  • ein realistisches Verständnis, was die MOPA-Röhre kann – und was nicht

Offenlegung (Disclosure): Ich habe kein finanzielles Interesse am GB4000, an Herstellern oder zugehörigen Firmen. Das System wurde unabhängig gekauft und geprüft. Ziel ist Erklärung statt Empfehlung. Falls sich technische Ungenauigkeiten finden, freue ich mich über Hinweise, damit ich aktualisieren kann.

Ganz wichtig (Gesundheitsbezug): Frequenzbasierte Systeme – egal ob historisch oder modern – werden von vielen Anwendern im Kontext chronischer Beschwerden diskutiert, häufig auch im Umfeld schwerer Diagnosen wie Krebserkrankungen. Dieser Artikel betrachtet das Thema technisch. Er ersetzt keine medizinische Beratung und stellt keine Heilversprechen dar.


1) Der Mythos „identisch mit den Originalen“ – und die nüchterne Realität

Ein verbreiteter Satz lautet: „Das GB4000 MOPA ist im Prinzip wie die originalen Rife-Geräte.“
So stimmt das nicht. Gleichzeitig ist ebenso wahr: Funktional kommt die Kombination – vor allem wegen der leistungsstarken Vakuumröhre – kommerziell ziemlich nah an das heran, was man als „Rife-Ära-Plasma/High-Power-Konzept“ verstehen kann.

Der Kernunterschied ist nicht nur die Leistung. Es geht um eine zentrale Frage:

Wer erzeugt die Frequenzen?

  • Bei den historischen Designs waren Vakuumröhren selbst die Oszillatoren (die „Frequenz-Maschine“ im Inneren).
  • Beim GB4000 MOPA erzeugt eine digitale Synthese (DDS) die Frequenzen, und die Vakuumröhre verstärkt sie „nur“ (mit eigenem Analog-Fingerabdruck).

Das klingt nach einem Detail – ist aber entscheidend für Spektrum, Harmonische, Nebenbänder und das „analoge Chaos“, das viele an Röhrenschaltungen fasziniert.


2) Historischer Kontext: Zwei Original-Welten – Rife und Hoyland

Historisch werden oft zwei Hauptdesigns unterschieden:

  1. Royal Raymond Rife: Ray #3 und Ray #4
  2. Philip Hoyland: Ray #5 (von Rifes Ingenieur/Partner weiterentwickelt und kommerziell relevant)

Beide Welten wirken auf den ersten Blick ähnlich („Plasmaröhre, RF, Frequenzen“), sind aber architektonisch sehr verschieden.


3) Rife Ray #3 & #4: Dual-Oszillator, Heterodyning und „Spikes durch Gate“

3.1 Zwei Oszillatoren – zwei RF-Frequenzen gleichzeitig

Rifes Ray #3/#4 arbeitete mit zwei getrennten variablen Oszillatoren (Signalquellen). Damit konnten zwei Hochfrequenzen gleichzeitig erzeugt werden – in der Regel als Sinus.

Das eröffnet etwas, das für viele Rife-Diskussionen zentral ist: Mischen (Heterodyning).

3.2 Heterodyning: Summe, Differenz, Beat-Frequenzen

Wenn zwei RF-Signale gleichzeitig vorhanden sind, entstehen im Mischprozess zusätzliche Komponenten:

  • Summe (f1 + f2)
  • Differenz (|f1 – f2|)
  • Schwebung/Beat-Anteile
  • Harmonische höherer Ordnung

Technisch bedeutet das: Im Raum bzw. in der Plasmalast liegt nicht nur „eine Frequenz“, sondern ein Spektrum – also ein Bündel aus Frequenzanteilen, die aus der Interaktion entstehen.

3.3 Die „Spikes“: Warum kurze Hochspannungsimpulse relevant sind

Rife nutzte die Signale nicht einfach „smooth“, sondern gated: Durch das „Toren“ (Gate) entstehen kurze Hochspannungsimpulse – extrem kurze elektrische „Schläge“ mit hoher momentaner Feldstärke.

Warum sind diese Spikes interessant (rein technisch)?

  • schnelle Spannungsänderung (hohes dV/dt) → erzeugt starke elektrische Felder
  • Feldstärke und Impulscharakter können in manchen Modellen wichtiger sein als „nur“ ein Dauersinus

Und: In vielen Stör- und Kopplungsphänomenen (Plasma, nichtlineare Lasten) machen schnelle Flanken einen riesigen Unterschied im entstehenden Spektrum.

3.4 Der Carrier bei Rife: Nicht „wie bei AM-Radio“

Ein oft missverstandener Punkt: Der „Carrier“ war nicht zwingend eine klassische modulierte Trägerwelle wie beim Rundfunk, sondern ein Mittel, die Plasmaröhre zuverlässig zu zünden/zu betreiben. Die eigentliche „Magie“ des Designs lag in der Misch- und Impulslogik.


4) Hoyland Ray #5: Audio-Modulation, Sidebands und das berühmte „Hoyland-Waveform“

Hoylands Ray #5 war ein anderes Tier.

4.1 Patente und der Trick mit Audio-Modulation

Da „Frequenzen“ selbst nicht patentierbar sind, wurde ein Ansatz genutzt, bei dem Audiofrequenzen auf einen RF-Carrier moduliert wurden. Das führt zu Sidebands (Nebenbändern), also zusätzlichen Frequenzanteilen ober- und unterhalb des Trägers.

4.2 Gate-Effekt ohne separate Gate-Schaltung

Das Geniale: Ein variabler Audio-Oszillator wirkte gleichzeitig wie „Shaper“ und „Gate“. Durch das Drehen des Reglers entstand quasi ein manueller Sweep.

4.3 Warum die Wellenform fast wie ein Rechteck aussieht

Obwohl es im Ursprung eine Sinuslogik war, wurde die einzelne Vakuumröhre so betrieben, dass sie über ihre Normalzone hinausging:

  • Übersteuerung
  • teilweiser Cut-off je Zyklus
  • daraus resultierend: eine „kantschige“ Wellenform

Diese Signatur ist heute berühmt als Hoyland-Waveform – ein gutes Beispiel dafür, wie eine Röhrenschaltung durch nichtlinearen Betrieb ein breiteres Spektrum erzeugen kann, als es ein idealer Sinus je könnte.


5) GB4000 MOPA: Moderne Frequenz-Erzeugung + Röhren-Endstufe

Jetzt zur Gegenwart.

5.1 Grundprinzip: DDS → DAC → Vakuumröhre als Leistungsverstärker

Beim GB4000/MOPA entstehen die Frequenzen digital:

  • DDS (Direct Digital Synthesis) erzeugt mathematisch extrem stabile Frequenzen
  • ein DAC wandelt digital → analog
  • die MOPA-Röhre verstärkt das Signal auf hohe Leistung/Spannung

Der entscheidende Unterschied zu den Originalen:

  • Früher: die Röhre war der Oszillator (inkl. Chaos, Drift, Nebenprodukte)
  • Heute: die Röhre verstärkt ein „sauberes“ Signal (und färbt es nur begrenzt)

5.2 Was die Röhre trotzdem beiträgt: Analog-Charakter und leichte Spektralbreite

Eine Vakuumröhre ist keine sterile Verstärkerstufe wie ein idealer OpAmp. Beim Verstärken entstehen:

  • milde Harmonische
  • leichte Nichtlinearitäten
  • ein „organischer“ Touch in der Signalform

Aber: Das ersetzt nicht vollständig das „Spektral-Gewimmel“ einer Röhren-Oszillator-Schaltung, in der die Röhre selbst schwingt, driftet und mischt.

5.3 Bedienkonzept: Standalone statt „PC-zentriert“

Ein praxisrelevanter Punkt: Das System arbeitet mit numerischem Keypad und manuellen Reglern, nicht ausschließlich über eine automatisierte Computer-Steuerung. Das macht das Gerät für viele Anwender robust, für andere weniger „komfortabel“ – hängt stark vom Anwendungsstil ab.


6) Rechteck, Flanken und Spikes: Warum viele GB4000-User Square-Wave mögen

6.1 Was man am Oszilloskop sieht

Viele Anwender nutzen beim GB4000 Rechteck-Audio-Modulation. Ein „gutes“ Rechteck erkennt man an:

  • sehr kurzer Rise/Fall-Time (steile Flanken)
  • klaren Plateaus
  • wenig Überschwingen/Artefakten

6.2 Warum steile Flanken technisch so mächtig sind

Zwei Gründe:

  1. Harmonische: Ein Rechteck enthält viele ungeradzahlige Harmonische (3., 5., 7. …).
    Das bedeutet: Du bekommst nicht nur eine Frequenz, sondern ein Frequenzpaket.
  2. dV/dt-Spikes: Steile Flanken bedeuten schnelle Spannungsänderung → starke momentane Feldimpulse, besonders relevant bei nichtlinearen Lasten wie Plasma.

Damit kompensiert das System teilweise den Nachteil „DDS ist zu sauber“ – denn über die Rechteck-Harmonischen und Flanken entsteht wieder Breite im Spektrum.

Praktisch betrachtet ist das ein Grund, warum hochwertige Generatoren (und hochwertige Endstufen) sich so deutlich von „Handy-Generatoren“ oder billigen USB-Lösungen unterscheiden: Flankenqualität, Stabilität und Spannungsfestigkeit.


7) Die Plasmaröhre: Elektroden vs. Induktion – und warum das wirklich zählt

7.1 Originale: interne Elektroden und das Problem der Kontamination

Viele historische Röhren nutzten interne Elektroden. Langfristig kann das zu:

  • Metallabrieb
  • Gas-Kontamination
  • Abdunklung der Röhre
    führen.

7.2 GB4000 MOPA: Induktionskopplung durch Glas (ohne Elektroden)

Das MOPA-System nutzt große Kupfer-„Collars“/Kopplungsflächen an den Enden. Die Energie koppelt durch das Glas ein – ohne Elektroden im Gasraum.

Vorteile:

  • deutlich weniger Erosion
  • weniger Kontamination
  • potenziell längere Lebensdauer

7.3 Gas-Mythen: „Nur dieses Gas ist das echte Rife-Gas“

Hier gibt es viele Behauptungen. Historisch wird häufig beschrieben, dass Rife über lange Zeit verschiedene Gase testete und schließlich u. a. wegen Haltbarkeit auf Helium setzte. Unabhängig davon gilt technisch:

  • Die „Wirklichkeit“ einer Plasmalast wird nicht durch „Gas-Marketing“ bestimmt, sondern durch Ionisationsverhalten, Stabilität, Kopplung, Druck/Geometrie und Ansteuerung.
  • Eine induktiv gekoppelte Röhre reduziert viele klassische Verschleißmechanismen, egal welches Gas verwendet wird.

8) RF-Interferenzen & Setup: Warum korrekte Verkabelung nicht optional ist

Die MOPA liefert hochspannungsnahe RF-Energie. Das kann in der Umgebung „zündeln“ – nicht als Funken, sondern als Interferenz:

Typische Symptome bei schlechtem Setup:

  • Plasma flackert
  • Tasten reagieren „komisch“
  • unklare Zustände / unzuverlässige Steuerung

Praxis-Setup (kompakt zusammengefasst):

  • GB4000 unter die MOPA, Plasma oberhalb
  • Kabelüberschuss im Achter binden (Figur-8)
  • Signal- und Stromkabel trennen
  • Netzversorgung über Überspannungsschutz/Powerboard
  • Gerät nie ohne korrekt angeschlossene Röhre/Plasmaröhre betreiben (Schadensrisiko)

Das klingt banal – ist aber die häufigste Ursache für „Mein Gerät spinnt“.


9) Leistung, Feldstärke, Distanz: Warum „Watt“ allein nicht die ganze Geschichte ist

Das System wird oft im Bereich 20–190 W diskutiert. In der Nähe der Plasmaröhre sind Feldstärken in der Luft möglich, die (je nach Abstand/Geometrie) sehr hoch wirken können – aber entscheidend ist:

  • Die Feldstärke fällt mit der Distanz stark ab (vereinfachend oft über inverse quadratische Zusammenhänge beschrieben).
  • Deshalb ist „mehr verfügbare Leistung“ relevant, wenn man nicht direkt am Glas kleben will.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung:

  • Feld in der Luft um die Röhre (z. B. kV/m)
    vs.
  • Feld im Plasma (häufig höher, andere Skala, andere Messlogik)

10) Röhren-Realität: Lebensdauer, mA-Bereich und das „Overshoot“-Thema

10.1 Warum hohe Ströme die Röhre stressen

Röhren mögen keine dauerhafte Grenzlast. Hoher Strom über lange Zeit bedeutet:

  • mehr Hitze
  • beschleunigter Verschleiß
  • ggf. Drift/Alterung

Praxisempfehlung (lebensdauerorientiert):

  • im Bereich 150–175 W arbeiten, statt dauerhaft „Max“

10.2 Handling-Regel: Glas nicht mit bloßen Fingern

Fingerfett kann Hotspots erzeugen → thermischer Stress → kürzere Lebensdauer.
Also: Handschuhe oder sauberes Tuch.

10.3 Start und Kanalwechsel: mA-Overshoot

Beim Wechsel von Kanälen/Gruppen kann der mA-Wert kurz überschießen, weil:

  • Lastverhalten springt
  • die Plasmaröhre als reaktive, nichtlineare Last reagiert
  • Endstufe kurz „nachregelt“

Praxis: eher sanft starten, und beim „höchsten mA-Kanal“ vorsichtig sein.

Der Unterschied zu vollsolid-state Geräten: Transistoren verzeihen vieles. Röhren haben Charakter – und Grenzen.


11) Vergleich zu historischen Ausgängen (technische Einordnung, ohne Legendenbildung)

Historisch werden je nach Quelle Größenordnungen genannt wie:

  • Ray #3 ~ 50 W
  • Ray #5 ~ 75 W
  • Ray #4 variabel, teils deutlich höher, aber mit „damped wave“-Charakter (wirksame Leistung im Signal nicht identisch mit Maximalangaben)

Für moderne Diskussionen ist wichtiger als die Zahl: Wie viel echte Feld- und Impulsenergie kommt in die Plasmalast, und wie sieht das Spektrum aus?

Ein kurzer Ausflug zur Forschung (ohne Therapiebehauptung)

Im Umfeld bioelektrischer Forschung gibt es Arbeiten zu nanosekunden-gepulsten elektrischen Feldern und deren Effekten auf Mikroorganismen in experimentellen Settings (z. B. Pakhomov et al., 2018 – PubMed-Link wurde im Ausgangstext genannt). Solche Studien sind nicht automatisch „Rife-Belege“ – sie zeigen aber, dass Impulscharakter und Feldstärke prinzipiell biologisch relevant sein können.


12) Frequenzbereiche & Gating: So „denkt“ das GB4000 MOPA über den Bereich hinweg

Ein spannender Teil ist die interne Logik je nach Frequenzbereich.

12.1 Unter 1 MHz: Audio wird auf RF-Carrier gelegt (Hoyland-ähnlich)

Hier verhält sich das System konzeptionell ähnlich zu Hoyland:

  • Audio moduliert
  • RF-Carrier als Träger zur Plasmazündung/Übertragung

12.2 1–2 MHz: Carrier aus, Fokus auf Mischen/Gating (Rife-ähnlicher)

In diesem Fenster wird die interne Trägerlogik anders gehandhabt:

  • zwei RF-Signale können simultan laufen
  • Mischen/heterodyning und gating rücken in den Vordergrund

12.3 2–20 MHz: Carrier wieder aktiv, Mischbeziehungen werden komplexer

In diesem Bereich können – abhängig vom internen Signalrouting – Mehrstufen-Mischungen entstehen:

  • Summe/Differenzprodukte
  • zusätzliche harmonische Komponenten
  • Spektralbreite steigt

Praxisregel (aus dem Ausgangstext):
Bei hohen Frequenzen kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine passende tiefere harmonische/oktavierte Frequenz unter 2 MHz mitzunehmen, weil die verfügbare Ausgangsleistung in der Höhe tendenziell abnimmt und die Endstufe sonst nicht optimal „gezogen“ wird.


13) Hoyland-Waveform „nachbauen“: Möglich – aber nicht 1:1, und nicht immer sinnvoll

Ein wichtiger Punkt aus der Praxis:

  • In Audio Mode ist Sinus ggf. eingeschränkt
  • In RF Mode kann man Audio-Modulation als Sinus nutzen, aber dann laufen unter Umständen zwei Carrier (GB4000 + MOPA), was:
    • die effiziente Low-Frequency-Energieabgabe reduziert
    • thermische Last erhöht
    • und die Komplexität steigert

Und: Da die MOPA-Röhre nicht mehr die Schwingung erzeugt, braucht man für die „Hoyland-Spikes“ oft ein künstliches Gate, um das natürliche Röhren-Cutoff-Verhalten historischer Oszillatoren zu imitieren.

Gate-Realität: Peak rauf, Average runter

Gating erhöht die Peak-Intensität in kurzen Fenstern, senkt aber die mittlere Leistung (Duty Cycle). Deshalb ist Gating:

  • spannend für Experimente
  • aber kein automatischer „besser“-Knopf

Viele Anwender bleiben deshalb pragmatisch bei:

  • Audio Mode
  • Square-Wave
  • stabilen, thermisch freundlichen Settings

14) Carrier-Drift: Normal, erwartbar – und weniger dramatisch als oft behauptet

Bei Röhren-RF-Systemen ist Drift kein Fehler, sondern Physik:

  • Erwärmung verändert Kapazitäten/Induktivitäten minimal
  • die Plasmaröhre ist eine reaktive, nichtlineare Last
  • Bauteilwerte wandern mit Temperatur

Eine Drift von wenigen kHz im MHz-Bereich ist prozentual oft klein. Und: Historische, rein analoge Oszillator-Systeme drifteten typischerweise stärker als DDS-basierte Systeme, weil dort die Frequenz „aus dem Bauch der Röhre“ kam.

Praxisstrategie:

  • kurz warm laufen lassen (z. B. 1 Minute)
  • Carrier leicht unter Ziel setzen, wenn man weiß, dass er nach oben driftet
  • während der Session nicht dauernd nachregeln, weil jedes Nachregeln neue thermische Zustände erzeugt

15) DSP-Stärke: Bis zu 8 Audiofrequenzen gleichzeitig – „Orchester statt Solo“

Wenn ich eine Sache am GB4000 technisch richtig spannend finde, dann den DSP-Ansatz:

  • mehrere Audiofrequenzen (bis zu 8) werden gleichzeitig ausgegeben
  • sie werden summiert, behalten Proportionen
  • und laufen als kombinierte Spektralwolke in die Endstufe

Bildlich: Nicht eine Geige spielt, sondern ein ganzes Ensemble. Jede Stimme ist noch da – aber das Ergebnis ist ein komplexeres Gesamtsignal.

Duty Cycle in Gruppen

Wenn viele Frequenzen gleichzeitig laufen, ist es oft sinnvoll, den Duty Cycle zu reduzieren (z. B. eher 70% als 90%), um:

  • Lastspitzen zu reduzieren
  • thermischen Stress zu senken
  • Output stabiler zu halten

mA-„Bouncing“ bei sehr niedrigen Frequenzen / Dezimalstellen / vollen 8er-Gruppen

Dass der mA-Wert bei sehr niedrigen Frequenzen oder bestimmten Gruppen „hüpft“, passt zur Logik:

  • Plasma + Endstufe reagieren dynamisch auf langsamere Spannungsänderungen
  • die Last wirkt reaktiver
  • bei hohen Frequenzen ist das Verhalten oft ruhiger/stabiler

16) Praxis-Leitfaden: Stabilität, Sicherheit, reproduzierbare Ergebnisse

Wenn du das System technisch „sauber“ fahren willst, helfen ein paar Grundprinzipien.

16.1 Stabilität zuerst

  • Setup nach Herstellerlogik (Kabel, Abstand, Stromversorgung)
  • keine improvisierten Kabelsalate
  • klare Reihenfolge beim Einschalten

16.2 Thermik und Röhrenpflege

  • nicht permanent am Limit fahren
  • Röhre sauber behandeln
  • Luftzirkulation sicherstellen
  • lange Sessions eher im „gesunden“ Leistungsbereich

16.3 Frequenzstrategie

  • bei niedrigen Frequenzen: Audio Mode + Square-Wave oft effizient
  • bei hohen Frequenzen: ggf. mit harmonischen Paarungen arbeiten (wenn das System sonst „dünn“ wirkt)
  • Gating nur dann, wenn du weißt, warum du es nutzt (Peak vs. Average)

16.4 Dokumentation

Gerade wenn Anwender – etwa im Kontext chronischer Verläufe oder auch bei schweren Themen wie Krebsdiagnosen im Umfeld – mit solchen Systemen experimentieren, ist eines zentral:

  • protokollieren (Frequenzen, Dauer, Abstand, Leistung, subjektive Reaktionen)
  • nur eine Variable auf einmal ändern
  • Pausen/Regeneration einplanen

Das ist keine „medizinische Empfehlung“, sondern eine Methode, um technische Experimente überhaupt interpretieren zu können.


17) Fazit: Nicht identisch – aber funktional erstaunlich nah (wenn man versteht, was man tut)

Das GB4000 MOPA ist keine exakte Kopie historischer Rife- oder Hoyland-Maschinen, weil die Frequenzentstehung grundlegend anders ist (DDS/DAC statt Röhren-Oszillator). Gleichzeitig kann das System – durch:

  • hohe Leistung
  • steile Flanken/Spikes (insb. Square-Wave)
  • flexible Misch- und Gate-Optionen
  • DSP-Mehrfachfrequenzen
  • Plasma-Induktionskopplung
    funktional viele Muster nachbilden, die man mit den Original-Konzepten verbindet.

Am Ende ist das GB4000 MOPA ein Werkzeug. Ob und wie sinnvoll es eingesetzt wird, hängt davon ab, ob Anwender:

  • Setup-Disziplin mitbringen
  • thermische Grenzen respektieren
  • verstehen, was Spektrum, Flanken und Lastverhalten bedeuten
  • und das Ganze nicht mit Heilsversprechen verwechseln

Wichtiger Sicherheitshinweis (aus der Praxis)

Einige Funktionen (z. B. bestimmte RF-Mode-Anwendungen mit sehr niedrigen Audiofrequenzen) setzen voraus, dass die MOPA-Schaltung in der aktuellen Version vorliegt. Bei älteren Revisionen kann falsche Nutzung zu Schäden führen. Wer experimentiert, sollte sicherstellen, dass Gerät/Revision/Anleitung zusammenpassen.


Disclaimer (bitte lesen)

Frequenzbasierte Systeme (inkl. Plasma/RF-Geräte) sind experimentelle Geräte. Reaktionen können individuell stark variieren. Dieser Artikel dient der technischen Einordnung und ist keine medizinische Beratung, kein Diagnosetool und keine Therapieempfehlung. Frequenztherapie ist schulmedizinisch nicht anerkannt und kann keine Behandlung durch ausgebildete Ärztinnen/Ärzte oder Heilpraktiker ersetzen. Bei gesundheitlichen Beschwerden – besonders bei schweren Erkrankungen wie Krebs – ist eine ärztliche Begleitung zwingend.

Author: NLS Informationsmedizin GmbH – Herbert Eder

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Herbert Eder

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