Viele Menschen kennen das: Man wacht immer zur gleichen Uhrzeit auf, ist in bestimmten Tagesphasen müde oder bekommt regelmäßig Beschwerden zu ähnlichen Zeiten. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) beschreibt dafür ein spannendes Modell: die innere Organuhr (auch Meridianuhr). Sie geht davon aus, dass unsere Organe in einem 24-Stunden-Rhythmus unterschiedliche „Aktivitäts-Hochphasen“ haben – und dass sich Ungleichgewichte genau in diesen Zeitfenstern besonders zeigen können.

Dieser Artikel erklärt die TCM-Organuhr verständlich, ordnet typische Symptome ein und gibt praktische Impulse, wie du deinen Alltag im Sinne dieser „inneren Uhr“ gestalten kannst.


Was ist die TCM-Organuhr?

In der TCM zirkuliert die Lebensenergie Qi entlang von Meridianen. Jeder Meridian ist einem Organfunktionskreis zugeordnet. Innerhalb von 24 Stunden hat jeder dieser Funktionskreise ein zweistündiges Zeitfenster, in dem er besonders aktiv ist. In dieser Phase sollen Regeneration, Stoffwechsel, Entgiftung oder Aufbauprozesse besonders „im Vordergrund“ stehen.

Wichtig: In der TCM meint „Organ“ nicht nur das anatomische Organ, sondern einen Funktionskreis (z. B. Leber = auch Emotionen wie Ärger/Frust, Sehnen, Augen; Milz = auch Verdauung/Transport, Grübeln, Energieaufbau).


Die Organuhr im Überblick (24-Stunden-Rhythmus)

23:00 – 01:00 Uhr: Gallenblase

Thema: Entscheidungskraft, Fettverdauung, Mut
Wenn du oft wach bist: Grübeln, „nicht entscheiden können“, Unruhe
TCM-Impuls: Abends leichter essen, Bildschirmzeit reduzieren, klare Tagesabschlüsse (To-Do-Liste schließen)

01:00 – 03:00 Uhr: Leber

Thema: Entgiftung, Blut, Emotion Ärger
Wenn du aufwachst: häufig bei Stress, angestautem Ärger, Überforderung
TCM-Impuls: Alkohol/Schweres spät vermeiden, Bitterstoffe/Grünanteil am Tag erhöhen, Atem + Dehnungen (Flanken)

03:00 – 05:00 Uhr: Lunge

Thema: Atmung, Haut, Trauer/Loslassen, Immunsystem
Wenn du aufwachst: oft bei Traurigkeit, Atemthemen, trockener Schleimhaut
TCM-Impuls: Abendliche Nasenpflege/Feuchtigkeit, ruhiges Atmen, morgens frische Luft

05:00 – 07:00 Uhr: Dickdarm

Thema: Ausscheidung, Loslassen
Wenn du Probleme hast: Verstopfung oder „unvollständig“
TCM-Impuls: warmes Wasser am Morgen, Routinen, ballaststoffreich – aber bekömmlich

07:00 – 09:00 Uhr: Magen

Thema: Aufnahme, Verdauungsfeuer
Wenn du keinen Appetit hast: Magen-Qi schwach, Stress
TCM-Impuls: warmes Frühstück (Porridge/Suppe), Kaffee nicht auf nüchternen Magen

09:00 – 11:00 Uhr: Milz/Pankreas

Thema: Energieaufbau, „Nahrung in Qi verwandeln“, Grübeln
Wenn du müde bist: Zucker-/Kohlenhydrat-Achterbahn, Überdenken
TCM-Impuls: regelmäßige Mahlzeiten, weniger Rohkost am Vormittag, kurze Bewegungspausen

11:00 – 13:00 Uhr: Herz

Thema: Kreislauf, Shen (Geist/Emotion), Freude
Wenn Unruhe da ist: Nervosität, Herzklopfen, „zu viel im Kopf“
TCM-Impuls: Mittags kurze Ruhe (10 Minuten), soziale Wärme, nicht im Stress essen

13:00 – 15:00 Uhr: Dünndarm

Thema: Trennen von „Rein und Unrein“ (Verdauung & mental)
Wenn du schlapp bist: Verdauung bindet Energie
TCM-Impuls: Mittagessen bekömmlich halten, zu fettig/zu viel vermeiden

15:00 – 17:00 Uhr: Blase

Thema: Ausscheidung, Flüssigkeitshaushalt, Nervensystem
Wenn du Kopfdruck hast: zu wenig trinken oder Stress „staut“
TCM-Impuls: Wasser/ungesüßter Tee, kleine Bewegung, Rückenwärme

17:00 – 19:00 Uhr: Niere

Thema: Lebensenergie, Regeneration, Angst/Urvertrauen
Wenn du erschöpft bist: „Akku leer“, Dauerstress
TCM-Impuls: Abend ruhiger gestalten, salzige/warme Speisen in Maßen, früh schlafen (vor 23 Uhr)

19:00 – 21:00 Uhr: Kreislauf/Sexualität (Perikard)

Thema: Herzschutz, Nähe, Entspannung
Wenn du reizbar bist: Überstimulation, fehlende Abgrenzung
TCM-Impuls: warmes Bad, Massagen, Handy weg – Nervensystem beruhigen

21:00 – 23:00 Uhr: Dreifacher Erwärmer

Thema: Hormon- & Temperaturregulation, Gesamtabstimmung
Wenn du nicht runterkommst: Stresshormone, zu viel Input
TCM-Impuls: Schlafritual, Licht dimmen, Atemübungen (4-7-8 oder Box Breathing)


Was bedeutet es, wenn ich immer zur gleichen Uhrzeit aufwache?

In der TCM gilt das als möglicher Hinweis, dass der zugehörige Funktionskreis gerade „mehr Aufmerksamkeit“ braucht. Aber: Es ist kein Diagnosewerkzeug im schulmedizinischen Sinn.

Ein paar typische Beispiele:

  • 01–03 Uhr (Leber): Stress, Ärger, Alkohol, sehr spätes Essen
  • 03–05 Uhr (Lunge): Trauer, Atemwegsreizung, trockene Luft
  • 05–07 Uhr (Dickdarm): Verdauungsrhythmus, Loslassen, Ballaststoff-/Flüssigkeitsmangel

Wenn nächtliches Aufwachen häufig auftritt, lohnt sich auch ein Blick auf Basics: Abendessen, Alkohol, Bildschirmzeit, Schlafhygiene, Raumtemperatur, Atem, Stresslevel.


Praktische Alltagstipps nach der Organuhr

  • Vor 23 Uhr schlafen gehen: In der TCM ist das ein Schlüssel, weil Gallenblase/Leber nachts „arbeiten“.
  • Warm frühstücken: Unterstützt Magen & Milz – besonders bei Müdigkeit am Vormittag.
  • Mittags nicht hetzen: Herzzeit – Essen + kurze Ruhe fördern Regeneration.
  • Nachmittags trinken & bewegen: Blasenzeit – unterstützt Ausscheidung und Kopfklarheit.
  • Abends Nervensystem beruhigen: Weniger Reize, mehr Ritual.

Frequenztherapie als ergänzender Ansatz zur Regulation

Viele Menschen kombinieren TCM-Impulse mit regulativen Verfahren, um Stress, Schlaf und vegetatives Nervensystem besser zu unterstützen. In der Praxis wird in diesem Zusammenhang oft auch über Frequenztherapie gesprochen – als Ansatz, der (aus Sicht der Anwender) Regulation, Entspannung und Bio-Rhythmik unterstützen kann, etwa begleitend zu Schlafroutinen oder Entspannungsmaßnahmen.

Wichtig ist dabei, realistisch zu bleiben: Häufig sind es die Kombination aus Rhythmus, Schlafhygiene, Stressreduktion, Ernährung und ergänzenden Anwendungen, die langfristig spürbare Veränderungen bringen.


Fazit

Die innere Organuhr der TCM ist ein faszinierendes Modell, um wiederkehrende Muster im Alltag besser zu verstehen – besonders bei Schlaf, Energie und Verdauung. Sie lädt dazu ein, dem Körper zuzuhören und den Tag stärker im Einklang mit natürlichen Rhythmen zu gestalten. Wer diesen Ansatz mit konsequenten Routinen und – wenn gewünscht – ergänzenden Verfahren kombiniert, kann häufig mehr Stabilität und Wohlbefinden erleben.


Disclaimer

Die beschriebenen Inhalte dienen der Information und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Frequenztherapie ist schulmedizinisch nicht anerkannt und kann keine Therapie durch ausgebildete Ärztinnen/Ärzte oder Heilpraktiker ersetzen. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden bitte medizinischen Rat einholen.

Author: NLS Informationsmedizin GmbH, Herbert Eder

author avatar
Herbert Eder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert