Redaktionell überarbeitet: 30. Oktober 2026
Eine Metallbelastung ist eine konkrete toxikologische Frage. Ich, Herbert Eder, würde sie nicht aus einem Namen in einer Frequenzliste ableiten. Entscheidend sind Kontaktquelle, Stoffform, Zeitpunkt und ein geeignetes Untersuchungsverfahren. Die Yayama zugeschriebene Sammlung muss an genau diesen Anforderungen gemessen werden.
Eine Tabelle mit Metallnamen und Zahlen kann sehr eindeutig wirken. Doch ein Zahlenwert ist erst dann medizinisch aussagekräftig, wenn geklärt ist, wie er bestimmt wurde, was er misst und wie zuverlässig er zwischen verschiedenen Situationen unterscheidet. Bei der sogenannten Metall-Frequenzliste nach Toshihiko Yayama sind genau diese Fragen entscheidend.
Die folgende Einordnung behandelt die Herkunft und Aussagegrenzen einer verbreiteten Liste. Sie ist keine Anleitung, eine Metallbelastung am eigenen Körper zu testen oder mit Frequenzen zu behandeln. Wer eine tatsächliche Belastung vermutet, benötigt eine auf den konkreten Stoff und den möglichen Kontakt abgestimmte Abklärung. Eine passende Untersuchung lässt sich nicht allein aus dem Namen eines Listeneintrags auswählen.
Woher die Zuordnung stammt
Eine Supportseite des Geräteanbieters Spooky2 veröffentlichte die Liste 2016 und schrieb sie Toshihiko Yayama zu. Sie verweist auf F-Scan-Untersuchungen und bezeichnet die Werte ausdrücklich als Forschungsangaben zur Erkennung von Metallen, nicht als Behandlung. Ein vollständiges Studienprotokoll mit überprüfbaren diagnostischen Kennzahlen wird dort nicht vorgelegt. Die Seite dokumentiert damit die Verbreitung der Behauptung, nicht deren klinische Validierung. [1]
Für die ursprüngliche Urheberschaft und die wissenschaftliche Herleitung wäre eine zugängliche Originalveröffentlichung mit nachvollziehbaren Methoden nötig. Wiederholungen derselben Liste auf verschiedenen Webseiten sind keine unabhängigen Bestätigungen. Wenn mehrere Seiten auf dieselbe unbelegte Ausgangsangabe zurückgehen, entsteht durch ihre Anzahl kein zusätzlicher diagnostischer Nachweis.
Welche Stoffe die überlieferte Liste zusammenführt
Die Anbieterquelle verbindet unter anderem Arsen, Quecksilber, Chrom(VI), Blei und Magnesium mit Zahlen in Hertz. Diese Stoffnamen beschreiben jedoch sehr unterschiedliche toxikologische Fragestellungen.
Diese Zuordnungen sind keine Laborreferenzwerte. Sie geben weder eine Konzentration im Blut noch eine ausgeschiedene Stoffmenge an. Aus einem entsprechenden Geräteausschlag lässt sich ohne geeignete Validierung deshalb nicht ablesen, wie viel eines Stoffes im Körper vorhanden ist oder ob eine gesundheitlich relevante Belastung besteht.
Ein Metallname allein beschreibt die toxikologische Frage nicht
Bei Quecksilber hängt die geeignete Untersuchung von der chemischen Form und dem vermuteten Kontakt ab. ATSDR erläutert beispielsweise die Bedeutung von Urinuntersuchungen für metallisches beziehungsweise anorganisches Quecksilber und von Blutuntersuchungen für Methylquecksilber. Zeitpunkt und Art der Exposition gehören zur Interpretation. Ein einzelner allgemeiner Eintrag „Quecksilber“ bildet diese Unterschiede nicht ab. [2]
Auch Arsen zeigt, weshalb eine differenzierte Bewertung nötig ist. ATSDR beschreibt Urin als wichtiges Untersuchungsmaterial für kürzlich erfolgte Expositionen. Ein Gesamtwert kann jedoch durch bestimmte organische Arsenverbindungen aus Meeresfrüchten beeinflusst werden. Bei der Einordnung kann daher die Unterscheidung verschiedener Arsenformen wichtig sein. Ein erhöhter Messwert ist nicht ohne weiteren Zusammenhang mit einer bestimmten Vergiftung gleichzusetzen. [3]
Die Schreibweise Chrom(VI) in der Liste weist bereits auf eine bestimmte chemische Form hin. Sie sollte nicht stillschweigend mit allen Formen von Chrom gleichgesetzt werden. Das NIH unterscheidet in seiner Information Chrom(III) in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln von dem anders zu bewertenden Chrom(VI). Die chemische Bezeichnung ist deshalb mehr als ein austauschbarer Name in einer Tabelle. [4]
Nicht jeder Listeneintrag ist ein unerwünschter Fremdstoff
Magnesium ist ein vom Körper benötigter Nährstoff. Das NIH nennt seine Beteiligung unter anderem an Muskel- und Nervenfunktionen sowie an der Bildung von Proteinen und Knochen. Seine bloße Anwesenheit ist daher kein Anlass für eine „Ausleitung“. Schon dieses Beispiel zeigt, dass eine Liste mit Metallen nicht pauschal als Liste zu entfernender Schadstoffe gelesen werden darf. [5]
Für die Bewertung eines Stoffes braucht es eine konkrete Fragestellung. Geht es um eine mögliche berufliche Exposition, einen Unfall, eine bestimmte Erkrankung oder lediglich einen auffälligen Wert in einem nicht validierten Gerätescan? Diese Ausgangslagen sind unterschiedlich. Ein sinnvoller nächster Schritt sollte sich aus der tatsächlichen Situation ergeben und nicht aus der allgemeinen Vorstellung, alle Metalle seien gleichartig problematisch.
Was ein nachvollziehbarer Nachweis verlangt
Bei Blei lässt sich die Menge im Blut mit einer geeigneten Laboruntersuchung bestimmen. ATSDR beschreibt die Blutuntersuchung als gebräuchliches Verfahren und empfiehlt bei vermuteter Exposition den Kontakt zu medizinischen Fachpersonen oder einer Vergiftungsberatung. Auch hier gehört das Ergebnis in den Zusammenhang von Kontaktgeschichte, Beschwerden und weiteren Befunden. [6]
Für eine neue diagnostische Methode wären entsprechende Vergleichsdaten erforderlich. Sie müsste unter verblindeten Bedingungen mit geeigneten Referenzuntersuchungen verglichen werden. Dabei wäre zu prüfen, wie häufig sie vorhandene Belastungen erkennt und wie häufig sie bei nicht belasteten Personen dennoch anschlägt. Ebenso wichtig wären die Wiederholbarkeit und die Frage, ob verschiedene Stoffe zuverlässig unterschieden werden können.
Ein Satz wie „von anderen bestätigt“ reicht dafür nicht. Eine prüfbare Bestätigung nennt Arbeitsgruppe, Untersuchungsmethode, Vergleichsmaßstab und Ergebnisse. Ohne diese Angaben bleibt offen, ob tatsächlich derselbe Zusammenhang untersucht wurde oder ob lediglich eine ähnliche Beobachtung berichtet wird. Eine genaue Dokumentation würde die Liste erst zu einem wissenschaftlich beurteilbaren Gegenstand machen.
Warum aus einem Scan keine Entgiftungskur folgen sollte
Die FDA warnt vor nicht zugelassenen frei verkäuflichen Chelatprodukten, die mit Entgiftungsversprechen beworben werden. Medizinische Chelatbehandlungen haben bestimmte Einsatzgebiete und erfordern fachliche Überwachung; sie können schwerwiegende unerwünschte Wirkungen haben. Der Hinweis auf diese US-amerikanische Bewertung ist keine Aussage über jedes einzelne österreichische Produkt. Er verdeutlicht, dass eine behauptete Metallausleitung keine automatisch harmlose Maßnahme ist. [7]
Für eine Empfehlung zu Chlorella, anderen Ergänzungsmitteln oder einer technischen Anwendung wäre jeweils ein eigener, passender Nachweis nötig. Die vorliegende Frequenzliste liefert ihn nicht. Besonders problematisch wäre eine Kette, in der ein nicht validierter Scan zunächst eine Belastung behauptet und anschließend dieselbe Stelle ein dazu passendes Produkt verkauft. Hier sollten Diagnosebegründung und Behandlungsbegründung unabhängig nachvollziehbar sein.
Wenn bereits eine konkrete Sorge besteht, nehmen Sie möglichst die vollständigen Unterlagen zum Fachgespräch mit: die vermutete Kontaktquelle, den Zeitpunkt, vorhandene Beschwerden und alle bisherigen Ergebnisse. So lässt sich gezielt entscheiden, ob eine Untersuchung sinnvoll ist und welches Material dafür benötigt wird. Eine unklare Liste sollte weder eine echte Exposition bagatellisieren noch ohne weitere Grundlage Angst erzeugen.
Der angemessene Platz dieser Liste
Als Dokument einer bestimmten Richtung der Frequenzanwendung lässt sich die Liste archivieren und kritisch besprechen. Als medizinischer Nachweis braucht sie jedoch eine Qualität der Prüfung, die durch ihre bloße Veröffentlichung nicht gegeben ist. Die sinnvolle Schlussfolgerung besteht deshalb nicht darin, die Zahlen möglichst genau einzustellen, sondern Herkunft, Messbedeutung und klinische Aussagekraft getrennt zu beurteilen.
Meine Einordnung: Ein Scanwert ist keine Stoffkonzentration
Die Anbieterquelle beschreibt die Liste als Forschungsangabe und liefert keinen vollständigen Nachweis diagnostischer Zuverlässigkeit. Ein Treffer bei einer zugeordneten Frequenz gibt deshalb weder die Konzentration eines Metalls noch die Schwere einer Belastung an. [1]
Das Beispiel Quecksilber verdeutlicht, warum die Stoffform zählt: Je nach vermuteter Verbindung und Exposition kommen unterschiedliche Untersuchungen infrage. Magnesium wiederum ist ein benötigter Nährstoff und kein pauschal auszuleitender Fremdstoff. Aus einer solchen Liste sollte deshalb weder eine Vergiftungsdiagnose noch eine Entgiftungskur abgeleitet werden. [2] [5] [7]
Wie Zahlenzuordnungen entstehen, erläutert mein Beitrag zur Herkunft und Grenzen von Frequenzlisten.
Für die Trennung von Anzeige und Bedeutung lohnt sich außerdem der Blick auf die technischen Messgrößen eines Geräts.
Fonti e ulteriori informazioni
- Spooky2 Support (2016): A list of frequencies for toxic metals; Anbieterquelle zur überlieferten Liste, kein Validierungsnachweis. Abgerufen am 2026-10-29.
- ATSDR: Mercury Toxzine – Untersuchung unterschiedlicher Quecksilberformen. Abgerufen am 2026-10-29.
- ATSDR: Arsenic – Public Health Statement. Abgerufen am 2026-10-29.
- NIH Office of Dietary Supplements: Chromium – Consumer. Abgerufen am 2026-10-29.
- NIH Office of Dietary Supplements: Magnesium – Consumer. Abgerufen am 2026-10-29.
- ATSDR: Lead – ToxFAQs. Abgerufen am 2026-10-29.
- FDA: Domande e risposte sui prodotti chelanti non approvati. Abgerufen am 2026-10-29.
Panoramica degli argomenti: Istruzioni ed elenchi di frequenze.




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