Redaktioneller Stand: 30. Oktober 2026
Bartonella bacilliformis verursacht die Carrion-Krankheit. Sie wird durch Sandmücken übertragen und kommt vor allem in bestimmten Gebieten von Peru, Ecuador und Kolumbien vor. Die CDC unterscheiden das akute Oroya-Fieber und die als Verruga peruana bezeichneten Hautveränderungen. [1] Wer nach einer solchen Reise erkrankt, sollte deshalb nicht nur „Südamerika“, sondern die besuchten Orte und Aufenthaltszeiten nennen.
Oroya-Fieber: Wenn die roten Blutkörperchen betroffen sind
Bei der akuten Erkrankung können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auftreten. B. bacilliformis befällt rote Blutkörperchen; daraus kann eine schwere Blutarmut entstehen. [1] Fieber nach einer Reise ist jedoch nicht spezifisch für diese Infektion. Eine passende Reisegeschichte begründet eine gezielte Untersuchung, keine Ferndiagnose anhand einer Symptomenliste.
Der CDC-Reisemedizinleitfaden betont, dass bei Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet Malaria ausgeschlossen werden muss. Insbesondere die Falciparum-Malaria kann rasch gefährlich werden. [2] Die Suche nach einer seltenen Bartonella-Art darf häufigere oder dringlichere Ursachen deshalb nicht verzögern. Lassen Sie Fieber nach einer entsprechenden Reise zeitnah abklären und geben Sie den Reisebezug bereits bei der Anmeldung an.
Verruga peruana: Der Name „Warze“ kann irreführen
Bei der Hautform entstehen rötliche bis violette, gefäßreiche Veränderungen, die bluten können. [1] Das Wort „Verruga“ allein beschreibt noch keine Ursache. Für die Einordnung zählt, ob die Veränderung im passenden Reise- und Krankheitskontext auftritt. Ein Foto oder die Farbe eines einzelnen Knotens reicht dafür nicht aus.
Die beiden Bezeichnungen helfen, unterschiedliche Krankheitsbilder zu verstehen. Sie sind keine Anleitung, bei jeder betroffenen Person einen identischen Ablauf zu erwarten. Fragen Sie im Arztgespräch ausdrücklich, ob die Hautveränderung und frühere Beschwerden zusammengehören könnten und welche Untersuchung diese Vermutung prüfen soll.
Ein negativer Blutausstrich kann weitere Diagnostik erfordern
Für die akute Form kommen Blutkultur, mikroskopischer Blutausstrich und PCR infrage. Das Labor sollte über den konkreten Verdacht informiert werden. Bei der Hautform sind die charakteristischen Befunde zusammen mit der Reisegeschichte wichtig. [3]
Wie begrenzt ein einzelner negativer Ausstrich sein kann, zeigte eine Studie von 2014: Von 113 klinisch verdächtigen Blutproben mit negativem Ausstrich waren 21 in der PCR für B. bacilliformis positiv. Eine weitere Probe enthielt B. elizabethae. [4] Die Untersuchung belegt den zusätzlichen Wert molekularer Diagnostik in dieser ausgewählten Patientengruppe. Die Zahlen beschreiben weder die Trefferquote eines beliebigen Reisetests noch die Häufigkeit der Erkrankung unter allen Reisenden.
Warum der genaue Aufenthaltsort wichtiger ist als ein Ländername
Eine prospektive Untersuchung begleitete 690 Menschen in einer betroffenen peruanischen Berggemeinde über zwei Jahre. Die Infektionen waren ungleich verteilt: 70 Prozent der Fälle entfielen auf 18 Prozent der Haushalte. [5] Solche örtlichen Häufungen erklären, warum eine pauschale Risikoangabe für ein ganzes Land wenig hilfreich ist.
Notieren Sie daher Dörfer oder Täler, Übernachtungsorte, Reisezeiten und den Beginn der Beschwerden. Auch frühere Laborbefunde und bereits eingenommene Medikamente gehören zur Übersicht. Diese Angaben helfen dem Behandlungsteam mehr als die Vermutung, jeder unbekannte Insektenstich müsse die Ursache gewesen sein.
Behandlung und Schutz vor weiteren Stichen
Beide Krankheitsformen benötigen eine Antibiotikabehandlung. Die CDC empfehlen, die Auswahl mit einer Fachperson für Infektionskrankheiten abzustimmen. [3] Eine zufällig vorhandene Reiseapotheke ersetzt diesen Behandlungsplan nicht.
Vor einer Reise gehören Fragen zum Insektenschutz in die reisemedizinische Beratung. Lange Kleidung, geeignete Repellentien und geschützte Schlafplätze sind praktische Bestandteile. Das österreichische Gesundheitsportal weist auf die produktspezifische Wirkdauer und Alterszulassung hin. Permethrinprodukte zur Textilimprägnierung werden nicht auf die Haut aufgetragen. [6] Prüfen Sie diese Angaben vor der Abreise, statt verschiedene Mittel während einer Erkrankung ungezielt zu kombinieren.
Andere Infektionen können ebenfalls mit Reisefieber beginnen. Der Beitrag über Dengue und seine Warnzeichen erläutert einen weiteren wichtigen Zusammenhang. Die ärztliche Abklärung richtet sich jeweils nach Route, Zeitverlauf und Befund.
Quellen und weiterführende Informationen
- CDC: About Bartonella bacilliformis. Geprüft am 30. Oktober 2026.
- CDC Yellow Book: Post-Travel Evaluation of the Ill Traveler. Geprüft am 30. Oktober 2026.
- CDC: Clinical Overview of Bartonella bacilliformis. Geprüft am 30. Oktober 2026.
- Del Valle Mendoza et al. (2014): PCR bei negativem Blutausstrich und Verdacht auf Carrion-Krankheit. Geprüft am 30. Oktober 2026.
- Chamberlin et al. (2002): Prospektive Studie zu Bartonella bacilliformis in Peru. Geprüft am 30. Oktober 2026.
- Gesundheit.gv.at: Insektenschutz auf Reisen. Geprüft am 30. Oktober 2026.
Themenübersicht: Erregerwissen.




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