Acid Reflux—Sick for No Reason: A Review of Norbert Treutwein’s Guidebook

Last updated: October 30, 2026

Norbert Treutweins „Übersäuerung – Krank ohne Grund“ verbindet Ernährung und Lebensweise mit einem umfassenden Säure-Basen-Modell. Die beim Verlag aufgeführte Heyne-Neuausgabe erschien am 9. Dezember 2019, umfasst 256 Seiten und trägt die ISBN 978-3-453-60528-2. [1] Die folgende Besprechung prüft die öffentlichen Buchangaben und ausgewählte Passagen der Verlagsleseprobe. Sie beansprucht keine vollständige Lektüre aller Kapitel.

Die zentrale These reicht weit über Ernährungstipps hinaus

In den zugänglichen Passagen werden sehr unterschiedliche Erkrankungen mit einer weitreichenden Übersäuerungsvorstellung verknüpft. Auf den Seiten 8 bis 10 werden unter anderem Krebs, Migräne, Rheuma und Diabetes in diesen Zusammenhang gestellt. [2] Das ist ein wesentlich umfassenderer Anspruch als die Empfehlung, häufiger Gemüse zuzubereiten. Entsprechend muss die Krankheitserklärung unabhängig von einzelnen alltagstauglichen Vorschlägen geprüft werden.

Ein Ratgeber kann zum Nachdenken über Gewohnheiten anregen, ohne dass damit jede zugrunde liegende Theorie bestätigt ist. Wer nach einer Umstellung besser schläft, regelmäßiger isst und sich wohler fühlt, weiß zunächst, dass sich mehrere Dinge verändert haben. Welcher Teil dafür verantwortlich war, bleibt gesondert zu klären.

Was eine medizinische Säure-Basen-Störung bedeutet

Der Körper reguliert seinen Säure-Basen-Haushalt durch Puffersysteme, Atmung und Nieren. Der Blut-pH liegt bei gesunden Menschen normalerweise in einem engen Bereich um 7,35 bis 7,45. Erkrankungen der Lunge, der Nieren oder des Stoffwechsels können diese Regulation stören. Solche Störungen werden mit geeigneten Blutwerten und einer Untersuchung der Ursache beurteilt. [3]

Eine unspezifische Beschwerde wie Müdigkeit zeigt dagegen nicht von selbst, dass der Körper allgemein zu sauer ist. Für eine Diagnose müssen Messgröße, untersuchter Bereich und klinischer Zusammenhang benannt werden. Eine Sammlung häufiger Alltagssymptome reicht dafür nicht aus.

Warum ein Harn-Teststreifen den Gesamtzustand nicht erklärt

Der Harn-pH beschreibt zunächst den Säuregrad einer Urinprobe. Ernährung, Medikamente und bestimmte Erkrankungen können ihn verändern. Eine Messung kann bei konkreten Fragen sinnvoll sein, etwa bei bestimmten Steinleiden oder Störungen der renalen Säureausscheidung. [4] Sie ist aber keine allgemeine Messung der Gesundheit und keine unmittelbare Ablesung des Blut-pH.

Das österreichische Gesundheitsportal betont diesen Unterschied im Abschnitt zum Basenfasten. Es nennt keine wissenschaftlichen Belege für die pauschale Vorstellung, gewöhnliche Ernährung führe bei gesunden Menschen zur allgemeinen Übersäuerung, oder für einen daraus abgeleiteten Nutzen des Basenfastens. Die Regulationsmechanismen halten den Blut-pH auch bei wechselnder Ernährung weitgehend konstant. [5]

Eine wichtige Ausnahme: chronische Nierenerkrankung

Die Kritik an allgemeinen Entsäuerungsversprechen bedeutet nicht, dass die Säurebelastung medizinisch immer bedeutungslos wäre. Bei einer chronischen Nierenerkrankung kann eine metabolische Azidose entstehen. Die National Kidney Foundation beschreibt angepasste Ernährung und gegebenenfalls Medikamente als mögliche Bestandteile einer individuellen Behandlung. Dabei müssen unter anderem Nierenfunktion und Kalium berücksichtigt werden. [6]

Eine solche Diagnose begründet kein allgemeines Selbsthilfeprogramm für Menschen ohne entsprechende Erkrankung. Natrium- oder kaliumhaltige Basenprodukte sollten insbesondere bei Nierenproblemen nicht allein aufgrund einer Buchtheorie eingesetzt werden. Die konkrete Behandlung braucht medizinische Begleitung und Kontrolle.

Wie sich die Lektüre sinnvoll nutzen lässt

Prüfen Sie praktische Vorschläge einzeln: Passt eine Mahlzeit zu Ihrem Bedarf und Alltag? Welches konkrete Problem soll ein Produkt lösen? Welche Untersuchung belegt den versprochenen Nutzen? Eine angenehmere Lebensweise benötigt keine universelle Erklärung für sämtliche Krankheiten.

Mein Urteil zu den zugänglichen Grundthesen ist daher zurückhaltend: Die pauschale Säuretheorie bietet keine ausreichende Grundlage für weitreichende Behandlungsentscheidungen. Das ist kein Urteil über ungelesene Rezepte oder die gesamte Gestaltung des Buchs. Weitere Orientierung geben die Einordnung von Ernährung bei Krebs und der Beitrag über die Aussagekraft medizinischer Belege. Ungeklärte oder zunehmende Beschwerden sollten unabhängig vom Ratgeber fachlich abgeklärt werden.

Sources and Further Information

  1. Penguin Random House / Heyne: Übersäuerung – Krank ohne Grund, Norbert Treutwein. Verified on October 30, 2026.
  2. Heyne: öffentlich zugängliche Verlagsleseprobe zu Übersäuerung – Krank ohne Grund. Verified on October 30, 2026.
  3. gesund.bund.de / IQWiG: Azidose. Verified on October 30, 2026.
  4. MedlinePlus: Urine pH test, geprüft Juli 2025. Verified on October 30, 2026.
  5. Österreichisches Gesundheitsportal: Fasten, Abschnitt Basenfasten, Mai 2025. Verified on October 30, 2026.
  6. National Kidney Foundation: Metabolic Acidosis, März 2024. Verified on October 30, 2026.
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Herbert Eder
Herbert Eder is a frequency researcher, frequency therapist, author, and instructor. He has been working in the fields of frequency therapy and information medicine since 1994. On herbert-eder.com, he provides accessible expert knowledge, shares insights from his many years of practice, and highlights developments in frequency research—while taking a responsible approach to potential applications and limitations.

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