KE-agrar für Schweine: Ferkelration, Säuren und Fermentation gezielt prüfen

Last updated: October 30, 2026

TVA bewirbt KE-agrar für Schweine mit Aussagen zu Fresslust, Verdaulichkeit und Wirtschaftsdünger. [1] Für eine betriebliche Entscheidung müssen diese Ziele getrennt geprüft werden. Besonders bei Ferkeln ist eine Ergänzung nur ein möglicher Bestandteil eines umfassenderen Fütterungs- und Gesundheitsplans.

Beim Absetzen mehrere Belastungen gleichzeitig beachten

Futterwechsel, Trennung von der Sau und neue Gruppen können zeitlich zusammenfallen. Die Landwirtschaftskammer beschreibt Absetzdurchfall daher als multifaktorielles Geschehen und betont Vorbereitung, Hygiene, geeignete Haltung und eine abgestimmte Futterumstellung. [2]

Zeichnen Sie den tatsächlichen Ablauf auf: Beginn des neuen Futters, Umstallung, Gruppierung und gegebenenfalls Start einer Ergänzung. Werden alle Maßnahmen gleichzeitig geändert, lässt sich ein späterer Unterschied nicht eindeutig einer davon zuschreiben.

Die gesamte Ration und ihre Kosten beurteilen

Erfassen Sie Energie- und Eiweißträger, Aminosäuren, Faser, Mineralfutter und bereits vorhandene Zusätze. Eine erwartete bessere Verwertung rechtfertigt nicht automatisch die Kürzung eines notwendigen Nährstoffträgers.

In einem eigenen älteren LfL-Vergleich erreichten intensiver gefütterte Ferkel höhere Zunahmen, ohne einen statistisch gesicherten Vorteil beim Futteraufwand. Zugleich stiegen die Kosten. [3] Wachstum, Futtereffizienz und Wirtschaftlichkeit sind somit unterschiedliche Zielgrößen. Dieser Versuch untersuchte Fütterungskonzepte und bestätigt kein KE-agrar-Produktversprechen.

Kräuterzugabe ist nicht gleich Fermentation

Eine gezielt fermentierte Teilmischung wird nach einem definierten Verfahren hergestellt. Die bloße Zugabe einer Flüssigkeit zu fertigem Futter belegt nicht, dass derselbe Prozess stattfindet.

Ein LfL-Verdauungsversuch ab 2017 verglich Rationen mit und ohne einen 40-prozentigen Anteil fermentierter Teilmischung. Für die Verdaulichkeit der Gesamtration fand er unter den geprüften Bedingungen keinen abgesicherten Vorteil. [4] Das Ergebnis widerlegt nicht jede Fermentation und prüft keine allgemeine KE-agrar-Anwendung.

Fragen Sie deshalb nach Ausgangsstoffen, Mikroorganismen, Prozesskontrolle und tatsächlich gemessenem Ergebnis. Ein niedriger pH-Wert allein erklärt weder die gesamte Nährstoffverwertung noch die mikrobiologische Sicherheit.

Futtersäuren und weitere Zusätze konkret abgleichen

Die KE-agrar-Produktseite warnt vor einer gemeinsamen Verwendung mit Futtersäuren. [1] Beachten Sie produktspezifische Einschränkungen, stellen Sie aber einen bestehenden Fütterungs- oder Hygieneplan nicht ohne fachliche Prüfung um.

Legen Sie die vollständige Rezeptur vor: Welche Säuremischung, welche Mengen und welche Zugabestelle sind vorgesehen? Wird sofort verfüttert oder gelagert? Allgemeine Begriffe wie „Kräuter“ und „Säuren“ sind für eine belastbare Kompatibilitätsbewertung zu ungenau.

Historische Zinkoxid-Hinweise richtig lesen

Die EU-Kommission beschloss 2017 den Widerruf der betroffenen Zulassungen oral eingesetzter Zinkoxid-Tierarzneimittel; Mitgliedstaaten konnten ihn höchstens fünf Jahre aufschieben. [5] Alte Hinweise auf solche Arzneimittel sind deshalb keine aktuelle Routineanleitung.

Das ist von bedarfsgerechter Spurenelementversorgung zu unterscheiden. Entfernen Sie notwendige Mineralstoffe nicht eigenständig, um eine behauptete Mikroorganismenwirkung eines Ergänzers zu erhalten. Zulässige Produkte und die konkrete Ration gehören in die aktuelle Fachberatung.

Mengen und Fütterungstechnik zusammen betrachten

Eine Tonne Trockenfutter, eine Tonne Flüssigmischung und tausend Liter Molke sind unterschiedliche Bezugsgrößen. Dokumentieren Sie Produkt, Verdünnungswasser und fertige Mischung getrennt. Prüfen Sie, ob die Dosiertechnik die vorgesehene kleine Menge gleichmäßig verteilt und wie Leitungen und Behälter gereinigt werden.

Bei Durchfall, Schwäche oder verminderter Wasseraufnahme muss die Bestandsbetreuung rasch reagieren. Notieren Sie Alter, betroffene Buchten und Beginn. Verordnete Behandlungen werden nicht zugunsten eines Produktversuchs verändert.

Die Bewertung behandelter Silagen und des Wirtschaftsdüngers ergänzt die Fütterungsfrage mit eigenen Messgrößen. Rechnen Sie nur nachvollziehbar beobachtete Vorteile gegen Produkt-, Arbeits- und Reinigungskosten auf.

Die methodische Vertiefung zu Studienziele und geeignete Vergleiche zeigt anhand medizinischer Forschung, warum eine Untersuchung nur ihre konkrete Frage beantwortet. Für Schweinefütterung sind entsprechend die untersuchte Ration, Tiergruppe und betriebliche Zielgröße zu prüfen.

Sources and Further Information

  1. TVA: KE-agrar bei der Fütterung von Schweinen. Verified on October 30, 2026.
  2. Landwirtschaftskammer Oberösterreich: Wie man bei Bioferkeln Durchfall vorbeugt, 7. Februar 2024. Verified on October 30, 2026.
  3. LfL: Fütterungskonzepte in der Ferkelaufzucht, Versuch 2012/2013. Verified on October 30, 2026.
  4. LfL: Fermentierte Futtermischungen in der Schweinefütterung, Versuch ab 2017. Verified on October 30, 2026.
  5. Europäische Kommission: Durchführungsbeschluss C(2017)4529 vom 26. Juni 2017. Verified on October 30, 2026.
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Herbert Eder
Herbert Eder is a frequency researcher, frequency therapist, author, and instructor. He has been working in the fields of frequency therapy and information medicine since 1994. On herbert-eder.com, he provides accessible expert knowledge, shares insights from his many years of practice, and highlights developments in frequency research—while taking a responsible approach to potential applications and limitations.

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