Redaktionell überarbeitet: 30. Oktober 2026
Die CAFL wirkt durch ihren Umfang wie ein fertiges Nachschlagewerk. Als Herbert Eder lese ich sie zunächst als historisch gewachsene Sammlung: Welche Fassung liegt vor, aus welcher Quelle stammt ein Eintrag und welche technische Bedeutung hat seine Zahl? Erst danach lässt sich über weitergehende Aussagen sprechen.
Die CAFL-Liste ist eine Zusammenstellung von Frequenzzuordnungen, deren englischer Name Consolidated Annotated Frequency List lautet. Nach der Erklärung von Electroherbalism wurden verschiedene ältere Listen und Erfahrungsberichte zusammengeführt und kommentiert. Die Betreiber weisen selbst darauf hin, dass die Werte nicht ausreichend geprüft seien und auch spekulative Zuordnungen enthalten können. Die Sammlung ist deshalb kein klinisch bestätigter Behandlungsplan. [1]
Wer nach CAFL sucht, findet häufig sehr umfangreiche Tabellen mit Krankheitsnamen, Mikroorganismen und Zahlen. Diese Form kann den Eindruck eines präzisen Nachschlagewerks vermitteln. Präzise Darstellung und zuverlässige medizinische Aussage sind jedoch unterschiedliche Eigenschaften. Ein Eintrag zeigt zunächst, dass eine Zuordnung in dieser Sammlung vorkommt. Ob die Zuordnung sachlich begründet ist oder ein Verfahren Menschen hilft, lässt sich daraus allein nicht ablesen.
Welche Fassung liegt vor?
Eine hier dokumentierte Fassung trägt die Kennzeichnung CAFL v2007-05-16. Eine Veröffentlichung unter genau dieser Versionsbezeichnung wird auch im Verlagsangebot von Brian McInturff dokumentiert. Dort wird sie als Auszug aus der dritten Ausgabe der Electroherbalism Frequency Lists beschrieben. Die separate PDF-Ausgabe enthält nach der Verlagsbeschreibung die Liste ohne die ergänzenden Einführungstexte und weiteren Sammlungen des Buches. [2]
Auf der Betreiberseite ist außerdem eine anders datierte CAFL-Fassung mit der Kennzeichnung v2023_05_25 zu finden. Schon deshalb sollten zwei Dateien mit dem Namen CAFL nicht ohne Versionsvergleich als identisch behandelt werden. Das Datum bezeichnet zunächst den Stand des Dokuments. Es ist weder das Datum einer klinischen Prüfung noch eine behördliche Bestätigung der eingetragenen Anwendungen. [3]
Für eine nachvollziehbare Beschäftigung mit historischen Daten lohnt es sich, Titel, Version, Herkunft und Abrufdatum gemeinsam zu notieren. Wenn ein späterer Auszug abweichende Zahlen enthält, lässt sich so zunächst prüfen, ob unterschiedliche Fassungen vorliegen. Ohne diese Angaben wird aus einer scheinbaren fachlichen Kontroverse leicht nur ein Vergleich zweier unbekannter Kopien. Die Herkunft zu klären ist deshalb der erste Schritt, noch vor der Interpretation einzelner Werte.
Warum CAFL und NCFL nicht dasselbe sind
Die Einführung von Electroherbalism unterscheidet die zusammengeführte CAFL von der älteren Non-Consolidated Frequency List, kurz NCFL. Außerdem beschreibt sie ein nach Frequenzen geordnetes Querverzeichnis. Die Listen ordnen also teils ähnliche Inhalte in unterschiedlichen Formen. Nach der Betreiberbeschreibung wurden bei der Zusammenführung auch anekdotische Angaben aufgenommen; der Umfang entstand nicht ausschließlich aus systematisch geprüften Experimenten. [1]
Eine alphabetische Ordnung nach Bezeichnungen hilft beim Suchen. Ein Querverzeichnis nach Zahlen beantwortet dagegen, an welchen Stellen dieselbe Zahl verwendet wird. Beide Ansichten sind nützliche Ordnungsformen eines Datenbestands. Keine davon zeigt schon, warum die jeweilige Zuordnung richtig sein sollte. Wenn derselbe Wert bei vielen Einträgen erscheint, ist das zunächst ein Muster in der Sammlung und kein Nachweis einer gemeinsamen Krankheitsursache.
Was Zusätze und Sternchen bedeuten
Die Betreibererklärung ordnet Zusätze wie _TR bestimmten Beitragsquellen zu; _HC bezeichnet dort aus Clark-Angaben umgerechnete Werte. Nummerierte Varianten werden mit Erfahrungsberichten verbunden, _comp mit zusammengeführten umfangreichen Sätzen. Sternchen drücken eine innerhalb der Sammlung angenommene besondere Bedeutung aus. Diese Kennzeichen sind somit Angaben zur Entstehung und Bewertung innerhalb der Liste, keine standardisierten Stufen klinischer Evidenz. [1]
Wenn Sie einen Eintrag dokumentieren, gehört sein vollständiger Name einschließlich solcher Zusätze dazu. Das Weglassen eines Suffixes kann verschiedene Datensätze scheinbar gleich machen. Zugleich sollte ein Zusatz nicht stärker interpretiert werden, als seine Herkunft erlaubt. Eine Variante mit höherer Nummer ist nicht automatisch neuer, besser oder sicherer. Dafür bräuchte es zusätzliche Informationen, die über die bloße Beschriftung hinausgehen.
Die Liste mischt unterschiedliche Arten von Bezeichnungen
In der dokumentierten CAFL-Sammlung stehen nebeneinander Symptome, Krankheitsnamen, Organbezüge, Mikroorganismen, homöopathische Bezeichnungen und allgemeine Ziele. Auch Querverweise und erläuternde Kommentare kommen vor. Diese Mischung ist für eine historisch gewachsene Sammlung nachvollziehbar, bildet aber keine einheitliche medizinische Klassifikation. Ein Suchwort aus einem solchen Verzeichnis sollte deshalb nicht ohne Prüfung als Diagnose übernommen werden.
Der Unterschied lässt sich ohne medizinisches Spezialwissen erkennen: Ein Symptom beschreibt zunächst eine Wahrnehmung oder einen Befund. Ein Erregername bezeichnet etwas anderes als eine anatomische Region. Ein allgemeines Wort wie Entspannung wiederum ist kein bestimmter Krankheitsnachweis. Wenn diese Kategorien in derselben Tabelle stehen, muss die Leserin oder der Leser sie auseinanderhalten. Die gleiche Spaltenstruktur macht ihre Bedeutung nicht gleich.
Hertz und Kilohertz korrekt lesen
Hertz ist die Einheit einer Frequenz und entspricht dem Kehrwert einer Sekunde. Die Einheit beschreibt die zeitliche Wiederholung eines periodischen Vorgangs. Sie enthält für sich allein keine Angabe über dessen Stärke oder die Art der Übertragung. Deshalb ist eine Zahl in Hertz noch keine vollständige Beschreibung einer elektrischen Anwendung. [4]
Eine reine Einheitenumrechnung verändert die bezeichnete Frequenz nicht: 1.000 Hertz entsprechen einem Kilohertz. Dagegen sind 1.000 Hertz und ein Hertz unterschiedliche Frequenzen. Beim Übertragen alter Tabellen können Dezimalpunkt, Dezimalkomma und Tausendertrennzeichen zusätzliche Fehler verursachen. Eine sachliche Prüfung muss daher die Schreibweise der jeweiligen Quelle berücksichtigen, statt Zahlen nach dem vertrauten Sprachformat stillschweigend zu verändern.
Oktavierung verändert den Wert
Wird eine Frequenz wiederholt halbiert oder verdoppelt, entsteht eine Zahlenfolge im Verhältnis zwei zu eins. Das ist etwas anderes als das Umbenennen derselben Größe von Hertz in Kilohertz. Ein allgemeines Rechenbeispiel lautet 800, 400 und 200. Die Zahlen stehen in einem festen Verhältnis, bezeichnen aber nicht denselben periodischen Vorgang. Dieses Beispiel erläutert eine Rechenoperation und ist keine Empfehlung für eine Anwendung.
Wenn historische Autoren eine solche Veränderung mit gleicher biologischer Wirkung verbinden, fügen sie eine weitere Hypothese hinzu. Die Rechnung allein bestätigt sie nicht. Ebenso wird ein elektrisches Signal durch eine Umrechnung in einen niedrigeren Zahlenbereich nicht automatisch zu einer wirksamen Höranwendung. Für jede behauptete Gleichwertigkeit müsste gezeigt werden, welche Eigenschaften des ursprünglichen Verfahrens erhalten bleiben und warum gerade diese für das untersuchte Ergebnis entscheidend sein sollen.
Was für einen technischen Vergleich fehlt
Zu einem vollständigen Versuchsaufbau gehören mehr Angaben als Frequenzwerte. Man müsste wissen, welche Signalform gemeint ist, wie ein Signal ausgegeben wird, welche Stärke am untersuchten Ort vorliegt und wie lange die Exposition dauert. Bei einem modulierten Signal muss außerdem klar sein, ob eine Zahl den Träger, die Modulation oder eine Pulsfolge bezeichnet. Ohne diese Unterscheidung können gleich aussehende Zahlen ganz verschiedene technische Situationen beschreiben.
Eine Liste kann diese Lücken nicht durch ihre Länge schließen. Auch hundert Werte ergeben keinen vollständigen Versuchsbericht, wenn die entscheidenden Bedingungen fehlen. Wer eine Anwendung mit einem historischen Eintrag begründet, sollte deshalb den Weg vom damaligen Aufbau zum heutigen Gerät erklären. Der bloße Hinweis, ein Gerät könne die Zahlen eingeben oder speichern, betrifft seine Bedienbarkeit und beantwortet die Frage nach der medizinischen Aussage noch nicht.
Ein Geräteprogramm ist keine Diagnose
Manche Listen werden mit Suchläufen oder persönlichen Empfindungen während einer Anwendung verbunden. Ein als Treffer bezeichnetes Kribbeln zeigt jedoch zunächst nur, dass eine Empfindung berichtet wurde. Damit ist weder ein bestimmter Mikroorganismus identifiziert noch eine Krankheitsursache bewiesen. Für einen diagnostischen Anspruch müsste das Verfahren mit einer geeigneten unabhängigen Referenz verglichen werden und seine Zuverlässigkeit nachvollziehbar zeigen.
Das ist besonders wichtig, wenn ein Programmname bereits eine schwere Erkrankung nennt. Die Auswahl eines Namens in einem Menü stellt keine Diagnose. Umgekehrt darf ein unauffälliger Gerätewert keine medizinisch unbegründete Entwarnung erzeugen. Wenn ein Angebot aus einer CAFL-Zuordnung persönliche Gesundheitsaussagen ableitet, fragen Sie nach der konkreten Prüfung dieses diagnostischen Schritts. Ein historischer Tabellenverweis reicht dafür nicht aus.
Kommentare brauchen ebenso viel Prüfung wie Zahlen
Neben Frequenzen enthält die Sammlung Hinweise zu zusätzlichen Mitteln, vermuteten Ursachen und Anwendungszeiten. Solche Randbemerkungen können für die historische Einordnung interessant sein, sind aber nicht automatisch verlässliche Gesundheitsinformationen. Gerade ein kurzer Kommentar kann eine weitreichende Behauptung enthalten. Ihn unverändert als heutige Empfehlung zu übernehmen wäre daher eine eigenständige redaktionelle Entscheidung, die passende Belege erfordert.
Für die verständliche Beschäftigung mit der Sammlung ist es sinnvoller, Herkunft und Aussageart sichtbar zu machen: Handelt es sich um eine Definition, eine Beobachtung, eine Vermutung oder eine Anweisung? Woher stammt die Behauptung und was wurde tatsächlich geprüft? Diese Fragen verhindern, dass ein kommentierter Katalog unbemerkt zur Behandlungsanleitung wird. Bei gesundheitlichen Beschwerden sind die nötige Abklärung und eine begründete Versorgung unabhängig von solchen Listen zu organisieren.
Wozu eine historische Frequenzliste sinnvoll dienen kann
Die CAFL kann als Dokument zeigen, wie in einem bestimmten Umfeld Zahlen gesammelt, kombiniert, umgerechnet und mit Begriffen verbunden wurden. Dafür sind Originalbezeichnung, Version und Quellenkritik wichtig. Sie kann außerdem Anlass sein, grundlegende Unterschiede zwischen einem Datenverzeichnis, einem technischen Experiment und einer klinischen Studie zu verstehen. Ihr dokumentarischer Wert benötigt keine Behauptung, jede ihrer Zuordnungen sei medizinisch richtig.
Dieser Beitrag stellt deshalb keine neuen krankheitsbezogenen Frequenzprogramme zusammen. Er erläutert, wie die vorhandene Sammlung gelesen werden kann und welche Schlüsse sie nicht trägt. Wer einen Eintrag weiterverfolgen möchte, sollte nach dem ursprünglichen Beleg und dem vollständig beschriebenen Verfahren fragen. Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, ob mehr vorliegt als eine wiederholt abgeschriebene Zahlenzuordnung.
Meine Einordnung: Ein Datensatz benötigt seine Herkunft
Für die Beschäftigung mit CAFL würde ich vollständigen Eintragsnamen, Version und unmittelbare Quelle zusammen speichern. Die Betreibererklärung macht deutlich, dass Erfahrungsberichte, Zusammenführungen und Umrechnungen an der Sammlung beteiligt waren. Ein Sternchen oder Suffix ist daher kein standardisierter klinischer Evidenzgrad. [1]
Ebenso wichtig ist die Trennung von Einheitenumrechnung und Frequenzänderung. Hertz und Kilohertz können denselben Wert ausdrücken; wiederholtes Halbieren erzeugt dagegen andere Frequenzen. Eine behauptete biologische Gleichwertigkeit wäre ein zusätzlicher Nachweis und folgt nicht aus der Rechnung. [4]
Eine kompakte Einführung bietet mein Beitrag CAFL: Herkunft und Aussagegrenzen.
Für den technischen Zusammenhang erkläre ich außerdem, warum die Frequenzzahl allein nicht genügt.
Sources and Further Information
- Electroherbalism: Einführung, Herkunft, Kennzeichen und Einschränkungen der Frequenzlisten. Abgerufen am 2026-10-29.
- Brian McInturff/Lulu: The Consolidated Annotated Frequency List, v2007-05-16. Abgerufen am 2026-10-29.
- Electroherbalism: CAFL mit ausgewiesener Versionskennzeichnung v2023_05_25. Abgerufen am 2026-10-29.
- BIPM: Sekunde und Hertz im Internationalen Einheitensystem. Abgerufen am 2026-10-29.
Themenübersicht: Anleitungen und Frequenzlisten.




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