LF und HF in der Frequenztherapie: Geräteangaben verstehen

Wer sich mit Frequenztherapie-Geräten beschäftigt, begegnet Bezeichnungen wie Niederfrequenz, Hochfrequenz, LF und HF. Doch was bedeutet es für die Gerätenutzung, wenn eine Beschreibung einen hohen Frequenzbereich nennt und das Display gleichzeitig eine viel kleinere Zahl zeigt? Häufig beziehen sich solche Angaben auf unterschiedliche Eigenschaften eines Signals. Um sie einzuordnen, brauchen wir den Zusammenhang: Was erzeugt das Gerät, welche Einstellung wird angezeigt und wie wird das Signal übertragen?

Seit 1994 beschäftige ich mich mit Frequenztherapie und Informationsmedizin. Mein Anliegen in diesem Beitrag ist, technische Begriffe für die Практика verständlich zu machen. Sie erfahren, wie Sie Frequenzbereiche lesen, Träger und Modulation unterscheiden und gezielte Fragen an einen Anbieter stellen können. Eine nachvollziehbare Gerätebeschreibung ist die Grundlage, um anschließend auch Aussagen über Anwendungen sachlich zu beurteilen.

LF und HF: Die Bedeutung hängt vom Zusammenhang ab

LF steht für „Low Frequency“, HF für „High Frequency“. In der Funktechnik sind das festgelegte Bandnamen. Die Internationale Fernmeldeunion ITU nennt in ihrer Empfehlung V.431-9 folgende Grenzen: [1]

Einteilung Bezeichnung Frequenzbereich
ITU, Telekommunikation LF über 30 bis einschließlich 300 kHz
ITU, Telekommunikation HF über 3 bis einschließlich 30 MHz
ICNIRP, Betrachtung niederfrequenter Felder LF 1 Hz bis 100 kHz
ICNIRP, Betrachtung hochfrequenter elektromagnetischer Felder RF 100 kHz bis 300 GHz

Die beiden ICNIRP-Bereiche stammen aus einer anderen fachlichen Einteilung. Ihr RF-Bereich ist wesentlich weiter gefasst als das HF-Funkband der ITU. [2, 3] Wenn ein Hersteller an einem Gerät „LF“ oder „HF“ verwendet, sollten Sie deshalb in der Anleitung nachsehen, welcher Bereich und welche Funktion damit gemeint sind. Die Aufschrift allein belegt keine Zuordnung zu einer dieser Definitionen.

Für den Vergleich zweier Geräte ist die ausgeschriebene Angabe hilfreicher: beispielsweise ein Frequenzbereich mit Einheit und benannter Signalart. Ein Kilohertz entspricht 1.000 Hertz, ein Megahertz einer Million Hertz. [1] So lassen sich Angaben vergleichen, ohne aus einem ähnlichen Kürzel vorschnell auf dieselbe Technik zu schließen.

Zuerst klären, welches Signal das Gerät abgibt

Bei einem Vergleich für die Frequenztherapie ist die erste Frage: Geht es um ein elektrisches Ausgangssignal, ein elektromagnetisches Feld oder eine akustische Anwendung? Eine Hertzangabe beschreibt zunächst eine Wiederholungsrate. Für eine sinnvolle Einordnung muss auch der physikalische Vorgang benannt sein.

Notieren Sie deshalb zum Gerät die vorgesehene Art der Übertragung und das zugehörige Zubehör. Fragen Sie außerdem, ob die angegebene Größe am Ausgang gemessen wird oder eine andere Stelle im Aufbau beschreibt. Eine verständliche Dokumentation sollte erkennen lassen, worauf sich die Werte beziehen.

Die grundlegenden Unterschiede zwischen mechanischen und elektromagnetischen Wellen erläutere ich im Beitrag Frequenzspektren: Schall und Strahlung unterscheiden. Er hilft, verschiedenartige Anwendungen bereits vor einem Gerätevergleich richtig zuzuordnen.

Trägerfrequenz und Modulation richtig lesen

Ein Signal kann mehrere relevante Frequenzangaben haben. Bei einer Amplitudenmodulation verändert ein weiteres Signal die Amplitude eines Trägers. Die Trägerschwingung und ihre Veränderung werden getrennt beschrieben. Analog Devices erläutert außerdem Frequenz- und Phasenmodulation, bei denen jeweils eine andere Eigenschaft des Trägers verändert wird. [4]

Für die Gerätenutzung bedeutet das: Eine kleinere Zahl auf einer Programmanzeige kann eine andere Funktion beschreiben als eine größere Zahl im technischen Datenblatt. Ob tatsächlich eine Modulation vorliegt und welche Art verwendet wird, muss die Dokumentation des konkreten Geräts erklären.

Ein rein technisches Gedankenbeispiel verdeutlicht die Unterscheidung: Die Amplitude einer schnellen Schwingung nimmt regelmäßig zu und ab. Wir können sowohl die schnellen Schwingungen zählen als auch die langsameren Wiederholungen dieser Veränderung. Beide Zahlen gehören zu demselben beschriebenen Signal, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Dieses Beispiel ist keine Einstellungsempfehlung für eine Anwendung am Menschen.

Impulsfrequenz und Impulsdauer getrennt betrachten

Bei einem periodischen Impulssignal beschreibt die Frequenz, wie häufig sich der Vorgang wiederholt. Die Impulsdauer beschreibt, wie lange der einzelne Impuls dauert. Das Tastverhältnis setzt diese Dauer ins Verhältnis zur Periodendauer. Diese Größen werden in der Messtechnik getrennt erfasst. [5]

Ein Rechenbeispiel ohne Anwendungsbezug: Bei 100 Impulsen pro Sekunde beträgt der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Impulsanfängen zehn Millisekunden. Ein Impuls von einer Millisekunde Dauer ergibt dann ein Tastverhältnis von zehn Prozent. Dauert der Impuls zwei Millisekunden, sind es zwanzig Prozent – bei unveränderter Wiederholungsfrequenz.

Beim Übertragen einer Beschreibung zwischen Geräten genügt deshalb ein identischer Hertz-Wert nicht. Prüfen Sie, ob auch die übrigen Signalparameter übereinstimmen und ob die Anleitung eine solche Übertragung überhaupt vorsieht.

Welche Geräteangaben zusammengehören

Für eine erste technische Prüfung empfehle ich folgende Übersicht:

Angabe Frage an die Dokumentation
Frequenz und Einheit Welche Signalgröße ist gemeint?
Signalform Wie sieht der zeitliche Verlauf aus?
Ausgangsstärke Welche Spannung, Stromstärke oder Feldgröße wird angegeben?
Zeitverhalten Welche Impulsdauer, Pausen und Gesamtdauer gehören dazu?
Übertragung und Messbedingungen Welches Zubehör und welche Bedingungen gelten für die Werte?

Wenn Ihnen die Einheiten noch nicht vertraut sind, hilft mein Grundlagenbeitrag Ampere: Stromstärke, Spannung und Leistung verstehen, die elektrischen Angaben in dieser Übersicht auseinanderzuhalten.

Wie wesentlich solche Angaben sind, zeigt die technische Dokumentation für elektrische Muskelstimulatoren: Die FDA führt unter anderem Signalform, Ausgangsspannung, Ausgangsstrom, Impulsbreite, Frequenz und Messlast getrennt auf. [6] Das ist ein Beispiel für die Beschreibung einer bestimmten Geräteklasse, keine Aussage über die Eignung eines beliebigen Frequenztherapie-Geräts.

Nutzen Sie die Übersicht, um fehlende Angaben gezielt zu erfragen. Eine offene Stelle sollte zunächst als offene Frage stehen bleiben. Eine Vermutung über das Gerät ersetzt die Auskunft des Herstellers nicht.

Hohe Frequenz und Eindringtiefe einordnen

Aus der Bezeichnung „hochfrequent“ lässt sich keine allgemein größere Eindringtiefe ableiten. Für elektromagnetische Felder im RF-Bereich beschreibt ICNIRP eine mit steigender Frequenz abnehmende Eindringtiefe. [3] Diese Aussage betrifft den dort behandelten physikalischen Zusammenhang. Sie liefert keine universelle Vergleichsregel für sämtliche Geräte, Übertragungsarten und Anwendungen.

Wird mit einer bestimmten Tiefe geworben, fragen Sie nach der Messgröße und dem Nachweis: Was wurde wo gemessen, unter welchen Bedingungen und mit welchem Aufbau? Erst solche Angaben machen eine Behauptung überprüfbar.

Was eine technische Erklärung zur Wirkung aussagt

Für mich gehört zur verständlichen Einordnung von Frequenztherapie, zwei Fragen ausdrücklich zu beantworten: Welche technische Funktion ist beschrieben? Und welche Untersuchung trägt die Aussage über einen gesundheitlichen Nutzen?

Ein Nachweis für eine Anwendung lässt sich nur dann sinnvoll heranziehen, wenn Gerät, Vorgehensweise, untersuchte Personengruppe und Ziel zur behaupteten Wirkung passen. Auch die FDA betont am Beispiel elektrischer Muskelstimulatoren, dass Verwendungszwecke durch entsprechende Daten getragen sein müssen. [7] Daraus ergibt sich keine pauschale Bewertung anderer Frequenzverfahren.

Persönliche Beobachtungen und theoretische Modelle können Fragen anregen. Bei Aussagen über Behandlungserfolge braucht es eine dazu passende klinische Untersuchung. Ebenso wichtig bleibt die Gebrauchsanweisung: Ein allgemeiner Artikel zu LF und HF ersetzt weder gerätespezifische Hinweise noch die individuelle medizinische Beurteilung einer Anwendung.

Meine Empfehlung für Ihren nächsten Gerätevergleich

Legen Sie zwei Beschreibungen nebeneinander und beginnen Sie mit dem vorgesehenen Zweck. Tragen Sie anschließend Frequenzbereich, Signalform, Ausgangsstärke und Zeitangaben ein. Markieren Sie, was nicht dokumentiert ist, und lassen Sie sich die Bedeutung der Anzeige erklären, bevor Sie Einstellungen übernehmen.

Webinar-Grafik zur Einordnung von Infraschall und Gammastrahlung
Redaktionelle Veranstaltungsabbildung mit stilisierter Wellenkurve Schall und elektromagnetische Strahlung gehören zu unterschiedlichen physikalischen Systemen die Grafik stellt kein maßstäbliches gemeinsames Spektrum dar Verfügbarkeit und Termine ergeben sich aus der aktuellen Veranstaltungsseite

Wer physikalische Zusammenhänge weiter vertiefen möchte, findet im Beitrag Kymatik: Wie Schall sichtbare Muster erzeugt ein anschauliches Beispiel dafür, wie stark das Ergebnis vom Versuchsaufbau abhängt. Diese Aufmerksamkeit für Bedingungen und nachvollziehbare Angaben ist auch beim Umgang mit Frequenztherapie-Geräten hilfreich.

Quellen

Technische Quellen zuletzt geprüft am 30. Oktober 2026.

  1. ITU-R V.431-9, Oktober 2025: Nomenclature of the frequency and wavelength bands used in telecommunications.
  2. ICNIRP: Low frequency, 1 Hz–100 kHz.
  3. ICNIRP: Radiofrequency electromagnetic fields, 100 kHz–300 GHz.
  4. Analog Devices: Analog Message Modulations, Part 2 of 7.
  5. Tektronix: TekScope Application User Manual – Algorithmen für Frequenz, Impulsdauer und Tastverhältnis.
  6. FDA: Guidance Document for Powered Muscle Stimulator 510(k)s – technische Ausgangsparameter.
  7. FDA: Electronic Muscle Stimulators – Verwendungszweck, Nachweise und Gebrauchsanweisung.
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Герберт Эдер
Herbert Eder ist Frequenzforscher, Frequenztherapeut, Autor und Ausbildner. Seit 1994 beschäftigt er sich mit Frequenztherapie und Informationsmedizin. Auf herbert-eder.com vermittelt er verständliches Fachwissen, teilt Erfahrungen aus seiner langjährigen Praxis und beleuchtet Entwicklungen in der Frequenzforschung – mit einem verantwortungsvollen Blick auf Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen.

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