Redaktioneller Stand: 30. Oktober 2026

Eine 2026 veröffentlichte Studie untersucht multifrequente elektromagnetische Pulse, kurz MEMP, an Mäusen mit Tumoren. Für mich als Герберт Эдер ist daran die konkrete Forschungsfrage interessant: Welche Veränderungen entstehen unter einer definierten physikalischen Einwirkung? Ihre Antwort muss zugleich von der Frage getrennt bleiben, ob daraus bereits eine Behandlung für Menschen folgt.

Welches Modell untersucht wurde

Piredda und Kollegen arbeiteten mit MC38-Kolonadenokarzinomzellen, die unter die Haut von C57BL/6-Mäusen eingebracht wurden. Das syngene Modell verwendet Tiere mit funktionsfähigem Immunsystem. Zwei systemische MEMP-Behandlungsschemata wurden untersucht. Tumorentwicklung und Gewebemarker bildeten die wesentlichen Beobachtungen. [1]

Ein solches Modell ermöglicht kontrollierte Fragen zum Zusammenspiel von Tumor und Umgebung. Es bildet aber weder jede Darmkrebserkrankung noch sämtliche bisherigen Behandlungen eines Menschen ab. Wer Ergebnisse auf ein persönliches Angebot übertragen möchte, muss diesen Unterschied ausdrücklich berücksichtigen.

Welche Ergebnisse berichtet wurden

Die Autoren beschrieben verlangsamtes Tumorwachstum und einen günstigeren Überlebensverlauf der behandelten Tiere. Im Gewebe fanden sich größere nekrotische Bereiche sowie Hinweise auf oxidativen Stress und DNA-Schädigung. Bei CD4- und CD8-T-Zellen zeigte sich keine entsprechende Zunahme; für CD68-positive Makrophagen beschrieben die Autoren einen vorläufigen Hinweis. [1]

Bei zwei Tieren kam es zur vollständigen Tumorregression. Nach erneuter Gabe derselben Tumorzelllinie zeigten sie eine stärkere Resistenz. Diese sehr kleine Untergruppe begründet eine weiterführende Frage nach Immunmechanismen; sie liefert keine Heilungsquote für Menschen. [1]

Ein Marker erklärt noch keinen gesamten Mechanismus

Wenn sich mehrere Gewebemerkmale gleichzeitig verändern, muss ihre Reihenfolge und Bedeutung erst geklärt werden. Welche Veränderung verursacht einen Vorteil, welche begleitet ihn lediglich? Lassen sich die Ergebnisse unabhängig wiederholen? Solche Fragen sind für einen nächsten Versuch besonders wertvoll.

Auch das Wort „selektiv“ benötigt einen passenden Vergleich mit nicht bösartigem Gewebe und belastbare Sicherheitsdaten. Ein günstiger Tumorbefund allein beantwortet diese zusätzliche Frage nicht. Deshalb würde ich eine Darstellung vermeiden, die aus dem Experiment bereits einen gezielten und risikofreien Angriff auf jede Krebszelle ableitet.

Was bis zu einer Anwendung beim Menschen fehlt

Die NIH erläutern klinische Forschung als geordnete Prüfung neuer Behandlungen. Festgelegte Teilnahmebedingungen, Vergleichsgruppen und geeignete Zielgrößen helfen, Nutzen und Risiken zu beurteilen. Die Teilnahme garantiert keinen persönlichen Behandlungserfolg; gerade offene Fragen machen die Untersuchung notwendig. [2]

Für eine Übertragung der MEMP-Forschung wären unter anderem ein klar beschriebenes Behandlungssystem, eine geeignete Patientengruppe und klinisch relevante Ergebnisse erforderlich. Auch die Kombination mit vorhandenen Therapien müsste untersucht werden. Eine private Geräteanwendung übernimmt nicht automatisch die Bedingungen eines Tierexperiments.

Wie solche Unterschiede bewertet werden, erläutere ich in meinem Beitrag über Studien zur Frequenztherapie. Medizinische Grundlagen zur Erkrankung finden Sie im Überblick über Darmkrebs und seine Behandlung.

Meine Einordnung für Frequenztherapie bei Krebs

Ich sehe die Arbeit als gezielten Beitrag zur präklinischen Tumorforschung. Sie macht eine konkrete Hypothese prüfbarer. Daraus entsteht kein Nachweis für ein beliebiges Frequenzgerät und keine Grundlage, eine onkologische Behandlung aufzuschieben oder zu verändern.

Wenn Ihnen ein Angebot diese Studie vorlegt, fragen Sie nach dem verbindenden Nachweis: Wurde das angebotene System bei Menschen mit Ihrer Erkrankung untersucht? Welche Ergebnisse und Risiken wurden dabei erfasst? So bleibt neue Forschung zugänglich, ohne den Abstand zwischen einem Mausmodell und einer persönlichen Therapieentscheidung zu verdecken.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Piredda et al. (2026): Effects of Multifrequency Electromagnetic Pulses on tumor growth in immunocompetent mice.
  2. NIH: Clinical Research Trials and You – The Basics.
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Герберт Эдер
Herbert Eder ist Frequenzforscher, Frequenztherapeut, Autor und Ausbildner. Seit 1994 beschäftigt er sich mit Frequenztherapie und Informationsmedizin. Auf herbert-eder.com vermittelt er verständliches Fachwissen, teilt Erfahrungen aus seiner langjährigen Praxis und beleuchtet Entwicklungen in der Frequenzforschung – mit einem verantwortungsvollen Blick auf Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen.

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